Change Management: Das ADKAR-Modell von Jeff Hiatt

Das ADKAR-Modell ist eine der gebräuchlichsten Methoden des Change Managements. Der Name entstand als Akronym der fünf Schritte, die diese Methode beinhaltet. Dieses Modell wurde von Jeff Hiatt entwickelt, Gründer von PROSCI, einer Organisation, die sich vollständig auf Change Management fokussiert.

Im Mittelpunkt des ADKAR-Modells stehen dabei die involvierten Personen. Das ADKAR-Modell ist darauf ausgerichtet, dass die an der Veränderung beteiligten Personen auch die treibende Kraft der Veränderung sind und dass eine Veränderung nicht erfolgreich verlaufen kann, wenn sich z. B. nur auf technische Aspekte fokussiert wird.

Frau vor lila Hintergrund hält Laptop in der Hand und hebt den Zeigefinger
Autor:in
Danley Watson

Datum

10.07.2024

Lesezeit

4 Minuten

Wie setzt sich das ADKAR-Modell zusammen?

A wie Awareness (Bewusstsein)

Wie bei vielen anderen Change Management-Methoden geht es in diesem Schritt darum, Bewusstsein für die Veränderung zu schaffen. Dies wird am besten durch Kommunikation an alle Beteiligten erreicht. Dabei ist es wichtig, hervorzuheben, welchen Nutzen die Veränderung bringen wird. Zusätzlich dazu ist es während dieser Phase auch wichtig zu betonen, welche Risiken existieren, wenn die Veränderung nicht umgesetzt wird. Somit soll ein Bewusstsein geschaffen werden, dass kein Weg an der Veränderung vorbeiführt.

D wie Desire (Verlangen/Wunsch)

In dieser Phase wird bei allen Beteiligten das Verlangen nach der Veränderung geweckt. Dabei sollen die Vorteile der Veränderung nun noch aktiver kommuniziert werden, mit einem Fokus darauf, welche persönlichen Vorteile die Beteiligten daraus erhalten. So soll dafür gesorgt werden, dass ein intrinsischer Wunsch nach der Veränderung bei den Beteiligten geweckt wird.

K wie Knowledge (Wissen)

Hier wird genaueres Wissen über die Veränderung vermittelt. Es geht darum, dass alle Beteiligten auf die Veränderung vorbereitet sind. Dabei soll ihnen das notwendige Wissen vermittelt werden, damit die Veränderung auf möglichst wenig Gegenwind stößt. Dies kann am besten mithilfe von Maßnahmen zur Wissensvermittlung erfolgen, z. B. mit Informationsmaterialien, Schulungen und Werkzeugen, die den Veränderungsprozess vereinfachen.

A wie Ability (Fähigkeit)

In dieser Phase werden Fähigkeiten zur Umsetzung der Veränderung vermittelt. In der vorherigen Stufe haben die Beteiligten sich das Wissen zu der Veränderung angeeignet, das nun praktisch angewandt wird. Hierbei ist es wichtig, die Beteiligten auch weiterhin zu unterstützen und ihnen die notwendigen Fähigkeiten zu vermitteln und potenzielle Fragen zu beantworten. Dies kann mithilfe von einer Ansprechperson geschehen. Wenn die Beteiligten wissen, wie sie das neugewonnene Wissen und Fähigkeiten anwenden sollen, soll dies dazu verwendet werden, um die Veränderung praktisch umzusetzen und die vorher festgelegten Ziele zu erreichen.

R wie Reinforcement (Verstärkung/Verankerung)

Auch wenn eine Veränderung erfolgreich umgesetzt wurde, bedeutet dies noch lange nicht, dass das Ende erreicht wurde. Beteiligte tendieren häufiger in alte Verhaltensmuster zurückzufallen, was in diesem Schritt verhindert werden soll. Aus diesem Grund soll die Veränderung innerhalb der Organisation zum Schluss fest verankert werden. Dabei soll sichergestellt werden, dass die Veränderung sich stabilisiert und dass die neuen Prozesse und Strukturen in der Organisation etabliert werden. Diejenigen, die die Veränderung für sich nutzen, sollen belohnt werden, damit dies auch andere motiviert, die die Veränderung noch nicht für sich nutzen.

Vor- und Nachteile des ADKAR-Modells

Mit dem Fokus auf die menschlichen Aspekte einer Veränderung sticht das ADKAR-Modell besonders unter sämtlichen anderen Change-Management-Methoden hinaus. Somit hat dieses Modell viele Vorteile für Organisationen, die sich bei ihrem Veränderungsprozess darauf fokussieren wollen. Dennoch hat das ADKAR-Modell auch Nachteile, da es nicht alles beachtet, was bei einem Veränderungsprozess wichtig ist.

Vorteile des ADKAR-Modells:

  • Klare Strukturierung, nicht zuletzt durch ein Akronym, das einfach zu merken ist
  • Es werden alle beteiligten Personen in den Prozess einbezogen, sodass der Fokus dieses Modells auch auf diesen Personen liegt.
  • Dieses Modell geht darauf ein, dass bei allen Beteiligten zuerst der Wunsch nach Veränderung geschaffen werden muss, damit diese am Ende auch erfolgreich ist.

Nachteile des ADKAR-Modells:

  • Fokussiert sich mehr auf Aspekte, die für einen Change Management-Prozess als Voraussetzung benötigt werden, anstatt auf die eigentliche Prozessdurchführung.
  • Schwierig umzusetzen in der Praxis, da sich hier fast ausschließlich auf die am Prozess beteiligten Personen fokussiert wird und nicht auf die anderen Aspekte, die eine Veränderung ausmachen, beispielsweise technische Anforderungen.

FAQ Change Management

Was ist Change Management?

Change Management ist ein strukturierter Ansatz, um Veränderungsprozesse, z. B. in Organisationen, umzusetzen.  Es umfasst Strategien, Prozesse und Werkzeuge, um den Übergang von einem aktuellen Zustand zu einem gewünschten zukünftigen Zustand zu erleichtern.

Warum ist Change Management wichtig?

Change Management ist wichtig, weil es sicherstellt, dass Veränderungen effektiv und nachhaltig implementiert werden. Es hilft, Widerstände zu überwinden, fördert die Akzeptanz und stellt sicher, dass die gewünschten Ziele erreicht werden, was zu einer besseren Leistung und höherer Mitarbeiterzufriedenheit führt.

Wie funktioniert Change Management?

Change Management funktioniert durch die Anwendung von Modellen und Methoden, die den Veränderungsprozess steuern. Dies umfasst die Analyse der aktuellen Situation, die Planung und Implementierung von Veränderungen, das Management von Widerständen und die Sicherstellung, dass die Veränderungen dauerhaft sind.

Welche Change Management-Modelle gibt es?

Es gibt mehrere Modelle des Change Management, darunter das ADKAR-Modell, Kotter’s 8-Stufen-Modell und das 3-Phasen-Modell von Lewin. Jedes Modell bietet unterschiedliche Ansätze und Werkzeuge zur erfolgreichen Umsetzung von Veränderungen.

 

Was sind die größten Herausforderungen im Change Management?

Zu den größten Herausforderungen im Change Management gehören Widerstände der Mitarbeitenden, mangelnde Kommunikation, unzureichende Ressourcen, fehlendes Engagement der Führungskräfte und unklare Ziele. Diese Herausforderungen können den Veränderungsprozess behindern und müssen sorgfältig gemanagt werden.

Wie kann man Widerstände im Change Management überwinden?

Widerstände im Change Management können überwunden werden durch offene und transparente Kommunikation, Einbeziehung der Mitarbeiter in den Veränderungsprozess, Bereitstellung von Schulungen und Unterstützung, und durch das Schaffen eines positiven Umfelds, das Veränderungen unterstützt.

Fazit

Mit dem Fokus auf die Menschen, die von der Veränderung betroffen sind, nimmt das ADKAR-Modell eine besondere Rolle im Vergleich zu anderen Modellen ein, die sich meistens mehr auf organisatorische oder technische Aspekte fokussieren. Zwar ist das ADKAR-Modell deswegen nicht für alle Unternehmen geeignet, jedoch können Manager:innen sich an diesem Modell orientieren, wenn sie den Fokus vor allem auf die beteiligten Personen legen möchten.

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