Change Management: OKR-Modell

OKR (Objectives and Key Results) ist an sich keine Change Management Methode, kann aber für Change Management verwendet werden. Die OKR-Methode ist bereits in den 1970er Jahren von Andrew Grove bei Intel entwickelt worden und ist bis heute bei zahlreichen großen Unternehmen, wie Google oder Zalando, verbreitet. Dort wird die OKR-Methode seit Jahren erfolgreich eingesetzt – sowohl für Change Management als auch für andere Ziele.

Frau vor hellblauem Hintergrund schaut und tippt auf Tablet, lächelt
Autor:in
Danley Watson

Datum

10.07.2024

Lesezeit

4 Minuten

Bei dem OKR-Modell stehen neben kurzfristig zu erreichenden Zielen auch längerfristige Visionen im Fokus. Dies unterscheidet sich stark von anderen Change-Management-Methoden, die in feste Phasen gegliedert sind. Aus diesem Grund ist diese Methode für dynamische Arbeitsumfelder besonders gut geeignet. Aber was macht die OKR-Methode aus? Und wie kann diese am besten umgesetzt werden?

Zunächst ist es wichtig, die Ziele der Organisation zu betrachten und diese in “Objectives” (Ziele) und “Key Results” (Hauptergebnisse) einzuteilen. Was genau macht diese beiden Aspekte aber aus?

“Objectives”: Darunter fallen Visionen, die die Beteiligten emotional motivieren sollen. Auch wenn diese Visionen und somit Gesamtziele auf den ersten Blick nur schwer erreichbar scheinen, so geben sie eine Richtung vor, in welche der Wandel gehen soll. Somit wissen die Beteiligten, was die Idee dahinter ist und auf welches Oberziel sie hinarbeiten sollen.

“Key Results”: Dies sind Ergebnisse, die erreichbar sind und dazu beitragen, dass sich die Organisation näher zum Objective bewegt, auf das hingearbeitet wird. Im Vergleich zum Objective sind Key Results messbar und somit lässt sich mithilfe dieser Ergebnisse betrachten, wie näher sich die Organisation am Gesamtziel und somit an der Verwirklichung der Vision befindet.

So fallen unter “Objectives” ambitionierte Ziele, wohingegen der Begriff “Key Results” dagegen messbare Ziele beschreibt.

Okr Grafik 1

Was sind die Bestandteile der OKR-Methode?

Wie lässt sich diese Methode aber in der Realität umsetzen und wie kann sie speziell im Rahmen des Change Managements angewendet werden? Mehrere Besonderheiten sollten bei dieser Methode betrachtet werden:

  • Fokussierung: Für jedes Objective sollten am besten maximal vier Key Results ausgewählt werden. So wird dafür gesorgt, dass fokussierter gearbeitet wird und Oberziele nicht zu überambitioniert und schwer erreichbar werden.
  • Zyklen: Der Zeitraum, in dem nach der OKR-Methode gearbeitet wird, ist meistens kurz. Er dauert meist nicht länger als drei Monate. So kann sich vollständig auf eine bestimmte Vision fokussiert werden, wodurch diese mit dieser Methode auch schnell in die Realität umgesetzt werden kann. In einem sich besonders schnell verändernden Markt ist dies von Vorteil. Bei besonders ambitionierten Zielen kann am Ende eines OKR-Zyklus ein Zwischenziel stehen. Dies sind die sogenannten “Mid-Term-Goals” oder auch “Moals”, die in den meisten Fällen auf ein Jahr ausgelegt sind.
  • Beteiligung: Eine Besonderheit der OKR-Methode ist die Tatsache, dass diese Methode stark von den Mitarbeitenden oder anderen Beteiligten und weniger von Führungskräften beeinflusst wird. Die Führungskräfte geben hier eine Vision vor, aber es sind die Mitarbeitenden oder andere Beteiligte, die auf diese Vision hinarbeiten. Dabei besitzen die Mitarbeitenden eine Chance zur Selbstorganisation und somit eine gewisse Flexibilität, wie sie die messbaren Ziele erreichen. Dabei bestehen diese Teams aus Personen aus unterschiedlichen Kompetenzbereichen, wodurch Aufgaben und Herausforderungen auf besonders kreative Art und Weise gelöst werden können. Weiterhin motiviert dies auch die Beteiligten, da diese durch die Selbstorganisation Ziele auf eigene Faust erreichen und somit ein besonderes Erfolgserlebnis entsteht.
  • Kontinuierliche Verbesserung: In einigen Arbeitskulturen, beispielsweise durch die Kaizen-Methode in Japan, ist die kontinuierliche Verbesserung ein fester Bestandteil der Arbeitsphilosophie. Auch die OKR-Methode ist darauf ausgerichtet, dass eine stetige Verbesserung stattfindet. Dies geschieht nicht nur durch die kurzen Zirkel, bei denen am Ende immer eine Reflexion stattfinden kann über die erreichten (Zwischen-)Ziele, sondern auch dadurch, dass die Methoden der Zielerreichung stets verbessert werden und an aktuelle Marktbedingungen angepasst werden.

Warum OKR für Change Management?

OKR ist keine reine Change Management Methode. Sie wird eingesetzt, um alle möglichen Ziele zu erreichen, z. B. der Steigerung eines Marktanteils oder auch der Kundenzufriedenheit. Eines haben diese beiden Ziele gemeinsam: Sie sind darauf ausgerichtet, dass das Unternehmen etwas “im Äußeren” beeinflussen möchte. Change Management findet dagegen in den meisten Fällen “im Inneren” eines Unternehmens statt. Auch hierfür kann die OKR-Methode angewendet werden, da diese der Frage nachgeht, wie Ziele zu setzen sind und wie auf diese Ziele hingearbeitet werden soll. Daher ist sie auch für das Change Management geeignet, da auch das Change Management häufig mit Visionen arbeitet.

Vor- und Nachteile der OKR-Methode für Change Management

Vorteile von OKR für Change Management

  • Dieses Modell ist agil, der Prozess kann stetig an aktuelle Bedingungen angepasst werden, aufgrund der kurzen Zyklen. Somit passt es für Organisationen, die in Sphären agieren, in denen sich Marktbedingungen ständig verändern.
  • Durch den zyklischen Ablauf entsteht ein kontinuierlicher Lernprozess, durch den wichtiges Know-how bei allen Beteiligten entwickelt wird.
  • Da OKRs von allen einfach verstanden werden können, ist dieses Modell einfach zu implementieren.

Nachteile von OKR für Change Management

  • Die OKR-Methode ist aufwändig zu planen, denn wenn in einem Unternehmen vorher nicht mit OKR gearbeitet wurde, muss dieses eingeführt werden, bevor der eigentliche Veränderungsprozess beginnt.
  • Aufgrund des agilen Wesens, benötigt OKR eine offene Unternehmenskultur, die nicht in allen Unternehmen gegeben ist, bzw. sich auch nicht ad hoc implementieren lässt.

FAQ Change Management

Was ist Change Management?

Change Management ist ein strukturierter Ansatz, um Veränderungsprozesse, z. B. in Organisationen, umzusetzen.  Es umfasst Strategien, Prozesse und Werkzeuge, um den Übergang von einem aktuellen Zustand zu einem gewünschten zukünftigen Zustand zu erleichtern.

Warum ist Change Management wichtig?

Change Management ist wichtig, weil es sicherstellt, dass Veränderungen effektiv und nachhaltig implementiert werden. Es hilft, Widerstände zu überwinden, fördert die Akzeptanz und stellt sicher, dass die gewünschten Ziele erreicht werden, was zu einer besseren Leistung und höherer Mitarbeiterzufriedenheit führt.

Wie funktioniert Change Management?

Change Management funktioniert durch die Anwendung von Modellen und Methoden, die den Veränderungsprozess steuern. Dies umfasst die Analyse der aktuellen Situation, die Planung und Implementierung von Veränderungen, das Management von Widerständen und die Sicherstellung, dass die Veränderungen dauerhaft sind.

Welche Change Management-Modelle gibt es?

Es gibt mehrere Modelle des Change Management, darunter das ADKAR-Modell, Kotter’s 8-Stufen-Modell und das 3-Phasen-Modell von Lewin. Jedes Modell bietet unterschiedliche Ansätze und Werkzeuge zur erfolgreichen Umsetzung von Veränderungen.

 

Was sind die größten Herausforderungen im Change Management?

Zu den größten Herausforderungen im Change Management gehören Widerstände der Mitarbeitenden, mangelnde Kommunikation, unzureichende Ressourcen, fehlendes Engagement der Führungskräfte und unklare Ziele. Diese Herausforderungen können den Veränderungsprozess behindern und müssen sorgfältig gemanagt werden.

Wie kann man Widerstände im Change Management überwinden?

Widerstände im Change Management können überwunden werden durch offene und transparente Kommunikation, Einbeziehung der Mitarbeiter in den Veränderungsprozess, Bereitstellung von Schulungen und Unterstützung, und durch das Schaffen eines positiven Umfelds, das Veränderungen unterstützt.

Fazit

Nicht umsonst gehört die OKR-Methode zu einer der beliebtesten Managementmethoden. Sie ist in vielen Bereichen einsetzbar und besonders geeignet für sich schnell verändernde Marktbedingungen. Auch für Change-Management kann die OKR-Methode eingesetzt werden, da im Rahmen von OKR auf die Realisierung einer Vision herausgearbeitet wird und diese Vision kann auch eine Veränderung sein.

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