Community Camp Berlin 2016 - Die besten Tweets und wichtigsten Learnings

Auf dem Community Camp Berlin 2016 haben sich dieses Jahr 300 Personen versammelt, um sich miteinander über die neusten Entwicklungen im Bereich Social Media und Community Management auszutauschen. Dabei wurden, wie jedes Jahr, verschiedene Sessions zu mehr oder weniger speziellen Themen angeboten. Neben interessanten Diskussionen und einer ganzen Menge an Fachwissen kam der Spaßfaktor keineswegs zu kurz.

Der Samstag: So viele Sessions, so wenig Zeit

Der erste Tag des Community Camps beginnt mit einer Vorstellungsrunde. Bei 300 Besuchern dauert das zwar lange, bietet aber auch einen guten Überblick über alle Teilnehmer. Beim folgenden Sessionpitch wurden verschiedene Diskussionsthemen vorgeschlagen, die dann, je nach Interesse, auf dem großen Zeitplan angeheftet wurden. Schnell wird eines klar: Das wird ein spannender Samstag!

Ich starte mit einer Session zu Twitter von Nicole Simon. Sie führt uns an das soziale Netzwerk heran und teilt mit uns ihre wichtigsten Tipps und Tricks. Dabei erklärt sie, warum ein Testaccount von Vorteil sein kann und wie man über ausgewählt Profile neue Accounts zum Folgen finden kann.

Danach geht es für mich weiter mit einer Session vom selbsternannten Social Media Doktor zum Thema „Content Erstellung auf sozialen Netzwerken“. Neben interessanten Einblicken darüber, welche Faktoren den Newsfeed-Algorithmus bestimmen, erfahre ich hier, wie ich mit Inhalten auf Facebook eine möglichst große Reichweite erziele. Hier zeichnet sich ab, dass eine ausgewählte Mischung aus Persönlichkeit, Regelmäßigkeit, aktuellen Themen sowie zeitlosen Inhalten am besten ankommt. Dabei darf bei keinem Link eine passende untermalende Grafik fehlen!

Nach der Mittagspause begebe ich mich zum alljährlichen Rechtsupdate von Thomas Schwenke. Der Raum ist bis auf den letzten Zentimeter belegt und alle lauschen gespannt, was es im Jahre 2016 Neues zum Thema Medienrecht zu wissen gibt. Mit einer ordentlichen Portion Humor erklärt der Rechtsanwalt ein sonst eher theoretisches Thema mit den passenden Fallbeispielen. Dabei geht er auf eine Vielzahl von Themen ein: Von der Problematik bei kostenlosen Bilddatenbanken über Kontaktnachweise bei negativen Bewertungen auf Online-Portalen zur korrekten Erstellung von Kontaktformularen. Hier ist für jeden etwas dabei! Am Ende fühle ich mich belehrt und auch ein bisschen sicherer, was meinen Umgang mit Medien in sozialen Netzwerken angeht.

Es folgt eine sehr unterhaltsame Session der Sparkasse, auf der ihr Social Media Auftritt dargelegt wird. Außerdem wird ihre neue, eher unkoventionelle Kampagne vorgestellt. Dabei gelingt es der Sparkasse, Jugendsprache und Humor erfolgreich in Ihr Marketing miteinzubringen. Interessant ist dabei, wie an das Thema Jugendsprache herangegangen wurde und wie eine solche Kampagne in einem sonst eher konservativ konnotierten Unternehmen greifen konnte.

Den ersten Tag beende ich mit einer Diskussion zum Thema „Forentrolle und ihre Motivation“. Wir kommen zu dem Ergebnis, dass es zwei verschiedene Arten der Internettrolle gibt: Diejenigen, die aus keinem nachvollziehbaren Grund und lediglich zu ihrem eigenen Vergnügen handeln (während der Diskussion auch als „Joker“ bezeichnet) sowie organisierte Trolle. Letztendlich überwiegt jedoch die Meinung, dass Trolle generell seltener werden. Nach einigen interessanten Überlegungen, ob man Internerttrollen mit Humor gegebübertreten sollte oder nicht, endet die Gesprächsrunde und damit für mich ein sehr erfolgreicher, erster Tag.

Der Qualitätssonntag

Der als Qualitätssonntag betitelte zweite Tag des Community Camp Berlin 2016 stellt sich als weniger besucht, jedoch keineswegs weniger interessant heraus. Nach einem erneuten Sessionpitch ist der Zeitplan auch heute gefüllt mit interessanten Sujets.

Los geht es für mich mit einer spannenden Session zum Thema „Unternehmensinterne Netzwerke und Working Out Loud“. Hier wird der Working Out Loud Ansatz vorgestellt und diskutiert. Es wird deutlich, dass in großen Unternehmen der Aspekt der Verwaltung als wichtiger gewertet wird als Kreativität und Gestaltung. Daraus erfolgt, dass ca. 70% der Mitarbeiter eines größeren Unternehmens unzufrieden sind und sich mehr Mitspracherecht wünschen. Die Lösung heißt dabei mehr Transparenz und Mitbestimmung durch Working Out Loud. Unter dem Zitat „Vertrauen ist gut, Kontrolle ist genau so wichtig“ werden Ziele und Möglichkeiten des Ansatzes vorgestellt. Eines der wichtigen Learnings wurde dabei von Isabelle Schütz wie folgt zusammengefasst:

Danach begebe ich mich zu einer kurzen Vorstellung von Fototipps und -tools. Es wird schnell klar, dass heutzutage Apps wie Instagram oder VSCO genügen, um Fotos für soziale Netzwerke herzurichten. Dabei stellt Sprecherin Romy Mlinzk kurz die wichtigsten Funktionen dar und bietet somit eine knackige Einführung in Fotobearbeitungstools im preiswerten oder sogar kostenlosen Bereich.

Nach einem reichhaltigen Mittagessen entscheide ich mich spontan dazu, eine Diskussion über den Auftritt der Polizei in sozialen Medien zu besuchen. Von der Offenheit des Sprechers Günther Klages bin ich positiv überrascht. Er antwortet selbstsicher auf alle Fragen, die die Zuhörer ihm an den Kopf werfen und es entsteht ein spannendes Gespräch über die Rolle, die die Polizei derzeit in sozialen Medien einnimmt und in Zukunft einnehmen wird. „Schönes Ding irgendwie…“ findet André Jontza, und ich auch:

Als letzte Session beim Community Camp Berlin 2016 habe ich mir eine Vorstellung zum Thema „Beiträge bewerben auf Facebook“ ausgesucht. Sprecher ist dabei der vom ersten Tag bereits bekannte Social Media Doktor Sebastian Riehle. Er führt Einsteiger durch das „Beiträge bewerben“-Tool von Facebook, erklärt dabei alle wichtigen Funktionen und Faktoren, die die Reichweite des Beitrags beeinflussen. Am Ende bleibt kaum genug Zeit, um das Thema abzuschließen und wir verbleiben bei dem Endergebnis, dass der Power Editor mehr Möglichkeiten bietet als das Tool für Neueinsteiger.

Das Community Camp Berlin 2016 – Expertenwissen und Spaß vereint

Alles in allem würde ich das Community Camp Berlin 2016 als überaus erfolgreich bezeichnen. Ich habe viel gelernt und hatte dabei mehr Spaß, als ich es mir vorstellen konnte. Dabei begeistert mich vor allem die Spontanität des Events: Viele der Sessions entstehen ungeplant je nach Angebot und Nachfrage. Die Sprecher waren alle sehr diskussionsfreudig, nie hatte ich das Gefühl vor vollendete Tatsachen gestellt zu werden. Sowohl der hohe Grad an Expertise als auch der Spaß an der Arbeit im Medien- und Communitybereich ist jedem anzumerken. Die Zusammenführung dieser beiden Faktoren macht das Community Camp einzigartig.

Dabei muss es dem Orga-Team sowie den Sponsoren gedankt sein, da ohne sie das Community Camp Berlin 2016 so nicht möglich gewesen wäre. Ich hatte eine tolle Zeit und würde mich freuen, wenn ich beim nächsten Mal wieder dabei sein könnte.


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