Das Phasen-Modell des Change Management - eine Stütze bei der Digitalen Transformation


Die Digitale Transformation wird von den Mitarbeitern eines Unternehmens oft als großer Umbruch erlebt. Um sie trotz Unsicherheit effizient durch den Veränderungsprozess zu leiten, hilft das Phasen-Modell des Change Management von Richard Streich. Es stellt in sieben Stufen den Verlauf der emotionalen Reaktionen bei Veränderungen da.

Veränderungen im Unternehmen erfordern Change Management

Bei großen Veränderungsprozessen beeinflusst eine Vielzahl von Faktoren, ob der Wandel nach Abschluss als erfolgreich eingestuft wird oder nicht. Manche Umbrüche stellen die bestehenden Unternehmensstrukturen besonders stark in Frage. Gerade für solche Situationen ist sorgfältige Planung und Change Management unabdingbar.
Die Digitale Transformation von Unternehmen erfordert in diesem Kontext besondere Planung. Denn dieser Prozess bringt zwar viele Vorteile mit sich. Aber er beinhaltet auch ein Umdenken weg von etablierten Strukturen und Prozessen. Deshalb wird er oft bei vielen Mitarbeitern von Sorge und Unsicherheit begleitet.

Modelle helfen beim Erstellen eines Handlungsrahmens

Um ein Unternehmen sicher durch die Digitalisierung zu leiten, müssen die verschiedenen Faktoren und Beteiligten der Veränderung berücksichtigt werden. Das Ziel guten Change Managements sollte die Definition eines Handlungsrahmens sein. Dieser ermöglicht mehr Flexibilität bei herausfordernden Situationen, zum Beispiel der Einführung eines Social Intranets. Für einen solchen Plan ist zunächst ein Verständnis von den Veränderungen und ihrer möglichen Wirkung auf Unternehmensstrukturen wichtig. Da diese mitunter recht komplex sind ist es hilfreich, sich an Modellen zu orientieren. Diese vereinfachen die Zusammenhänge und zeigen schematisch wichtige Stationen des Prozesses. Ein Modell, das besonders relevant für die Digitale Transformation ist, ist das 7-Phasen-Modell von Richard Streich.

Berücksichtigung der Mitarbeiter – emotionale Reaktionen im Blick

Das 7-Phasen-Modell von Professor Richard K. Streich befasst sich mit den emotionalen Reaktionen der Beteiligten bei Change Management Prozessen. Es kann der Eindruck entstehen, dass die Gefühle der Mitarbeiter nur ein Baustein unter vielen beim Veränderungsprozess sind. Doch tatsächlich ist im Fall der Digitalen Transformation die Berücksichtigung der Mitarbeiterreaktionen essenziel. Nach vielen Erfahrungsberichten scheitert das Erreichen geplanter Ziele oft an der schwierigen Anpassung der Mitarbeiter. Wie eine Studie von Accenture treffend formuliert, besteht die Gefahr, dass dieser Faktor den gesamten Prozess beeinträchtigt.

Auf Digitale Transformation bezogen, sind oftmals übertriebene Skepsis, Sorge und Angst der Betroffenen Stolpersteine auf dem Weg zur Anpassung. Mitarbeiter könnten zum Beispiel den Verlust von Teamgeist durch das Arbeiten aus der Ferne befürchten. Um das Team sicher in die Digitalisierung mitzunehmen, ist es nötig diese emotionale Komponente zu berücksichtigen.

Die 7 Phasen – von Schock bis zur Integration der neuen Strukturen

Schematische Darstellung vom Phasen-Modell des Change Management nach Richard Streich

Streich zeichnet in seinem Modell 7 Stadien nach, die Beteiligte im Laufe des Prozesses emotional durchleben. Die erste Stufe bildet nach Streich der Schock: Mitarbeiter sind von der Veränderung überfordert und schwanken zwischen Unverständnis und Angst vor der Situation. Im Fall der Digitalen Transformation kann dies die Reaktion auf ein neues Intranet oder spezifische Anwendungen sein. Da in dieser neuen Struktur alte Verhaltensweisen (zum Beispiel E-Mail-Verteiler) nicht mehr anwendbar sind, sinkt die Produktivität.

Als Nächstes folgt nach Streich die Ablehnung der Veränderung. Besonders Menschen, die routiniert mit alten Prozessen gearbeitet haben, mobilisieren sich und lehnen die Veränderung bewusst ab. Hinter der Ablehnung steht oft die Angst vor dem Verlust der vertrauten Unternehmenskultur.

Im Laufe der Zeit weicht diese Verneinung jedoch der Einsicht, dass die geplanten Veränderungen doch nicht zu umgehen sind. Bei der Digitalen Transformation kann die Notwendigkeit besonders anhand des Konkurrenzdrucks aufgezeigt werden. Diese rationale Akzeptanz schließt jedoch noch nicht die Bereitschaft zur persönlichen Veränderung mit ein.

Den Wendepunkt im 7-Phasen-Modell bildet die emotionale Akzeptanz. Dieser entscheidende Schritt beinhaltet das Verlassen alter Verhaltensweisen und ebnet den Weg für den anschließenden Lernprozess. Das Verschwinden der inneren Ablehnung ermöglicht eine produktive Neuorientierung.

Die nächste Phase ist deshalb vor allem durch Neugierde und dem Ausprobieren neuer Verhaltensweisen geprägt. Nach dem Prinzip von „Trial and Error“ kommt es hierbei auch zu Fehlern, zum Beispiel bei der Nutzung von digitalen Anwendungen.

Ganz im Sinne des Lernprozesses setzt schließlich die Erkenntnis ein, warum bestimmte Verhaltensweisen erfolgreich sind und andere nicht. Die Neugierde weicht der ersten positiven Bewertung des Prozesses.

Am Ende des Prozesses steht im Phasen-Modell des Change Management die Integration der neuen Struktur in den Arbeitsalltag. Mit diesem Schritt ist das finale Ziel erreicht. Bei der Digitalen Transformation sind nun die neuen Kanäle, Dienste und Abläufe fester Bestandteil der Routine der Mitarbeiter. Nach diesem Abschluss des Prozesses sind Mitarbeiter selbstbewusster. Dies hat schließlich eine Steigerung der Leistung zur Folge.

Das Phasen-Modell des Change Management als Leitlinie

Zusammenfassend skizziert das Phasen-Modell den Verlauf der emotionalen Reaktion von Mitarbeitern bei großen Veränderungen. Zwar stammt das Modell aus den späten Neunzigern, aber es lässt sich trotzdem gut auf die heutige Digitale Transformation übertragen. Denn die Art wie Menschen auf Veränderungen reagieren hat sich weniger verändert als die Technik. Bei der Planung der Digitalisierung Ihres Unternehmens sollten sie in jedem Fall die Emotionen der Mitarbeiter berücksichtigen. Hierbei kann Streichs Modell als Orientierung dienen. Mehr zu den Vorteilen der Digitalen Transformation finden Sie hier. Bei der Einführung von Social Intranets können Sie gerne einen Blick auf unsere Checkliste werfen.

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Bildquelle des Vorschaubilds: Foto von Flickr-User Jan Jespersen