Fluktuation
Ursachen erkennen und aktiv handeln
Fluktuation findet in jedem Unternehmen statt. Nimmt sie jedoch dauerhaft zu, entstehen spürbare Herausforderungen für Teams und Unternehmensstrukturen. Neben dem Verlust von Know-how und Teamstabilität steigen auch die Kosten für Recruiting und Onboarding. Um rechtzeitig reagieren zu können, ist es entscheidend, die Formen, Ursachen und Auswirkungen von Fluktuation im Blick zu behalten. Doch was ist Fluktuation eigentlich, wodurch entsteht sie und was können Unternehmen tun, um eine hohe Fluktuation zu vermeiden?
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Definition: Fluktuation
Was ist Fluktuation?
Der aus der Sozial- und Wirtschaftswissenschaft stammende Begriff “Fluktuation” beschreibt Personalbewegungen innerhalb eines Unternehmens. Diese Bewegungen umfassen alle Zu- und Abgänge von Mitarbeitenden, wobei sich die Abgänge nochmals in geplante und ungeplante Abgänge aufteilen. Zu geplanten Abgängen zählen beispielsweise Mitarbeitende, die in Rente gehen oder freigestellt werden. Die ungeplanten Abgänge beinhalten Kündigungen, Krankheiten oder (Arbeits-) Unfälle.
Bedeutung von Fluktuation
Mitarbeiterfluktuation ist ein zentraler Indikator für die Bindung von Mitarbeitenden an ein Unternehmen. Eine hohe Fluktuationsrate (höher als 15 %) kann auf strukturelle oder kulturelle Schwächen innerhalb des Unternehmens hinweisen und bringt häufig spürbare Kosten mit sich. Dazu zählen etwa Ausgaben für das Recruiting und Onboarding neuer Mitarbeitender, der Verlust von Wissen durch den Weggang erfahrener Fachkräfte sowie Produktivitätseinbußen in Übergangsphasen.
Um diesen Herausforderungen wirksam zu begegnen, ist es für Unternehmen entscheidend, die Ursachen der Fluktuation genau zu analysieren. Auf dieser Basis lassen sich gezielte Maßnahmen entwickeln, um die Fluktuationsrate zu senken, die Mitarbeitendenbindung zu stärken, und das Arbeitsumfeld attraktiver zu gestalten.
Fluktuationskosten: Verstehen, berechnen und senken
Mitarbeiterfluktuation ist teuer: Neben dem Verlust von Know-how entstehen Kosten für Austritt, Recruiting, Onboarding und Ausfall. Pro Fall können über 40.000 Euro anfallen. Reduzieren lässt sich die Fluktuation durch gutes Onboarding, realistische Ausschreibungen, klare Kommunikation und Feedback.
Die 3 Arten der Mitarbeiterfluktuation
Fluktuation ist nicht gleich Fluktuation, sondern lässt sich nochmals in drei verschiedene Arten der Fluktuation unterteilen:
- Natürliche Fluktuation: Erreichen des Rentenalters, Todesfälle, Berufsunfähigkeit
- Unternehmensinterne Fluktuation: Interne Versetzungen, Beförderungen, Umstrukturierung des Unternehmens
- Unternehmensexterne Fluktuation: Kündigung eines Mitarbeitenden
Fluktuationsrate: Die wichtigsten Kennzahlen erkennen und verstehen
Die Fluktuationsrate zeigt, wie viele Beschäftigte ein Unternehmen in einem bestimmten Zeitraum verlassen. Eine hohe Rate kann auf strukturelle Probleme hinweisen. Maßnahmen wie Feedback, klare Kommunikation und Fokus auf Zufriedenheit helfen, gegenzusteuern.
Fluktuationsrate einfach & schnell berechnen
Die Fluktuationsrate misst, wie viele Mitarbeitende ein Unternehmen verlassen. Sie dient als Frühindikator für strukturelle Schwächen. Durchschnittlich liegt sie bei 32 %, als gesund gelten 8 % bis 12 %. Mit der Schlüter- oder BDA-Formel lässt sie sich einfach berechnen und einordnen.
8 + 7 mögliche Gründe für Fluktuation
Die Gründe, aus denen (hohe) Fluktuation innerhalb eines Unternehmens entsteht, variieren je nach Unternehmen und Branche stark. Einige der Ursachen treten vermehrt in Unternehmen auf.
Diese Gründe lassen sich in zwei verschiedene Einflussfaktoren unterteilen:
Betriebliche Ursachen
Der Auslöser einer hohen Fluktuationsrate kann oftmals das Unternehmen selbst, eine einzelne Abteilung oder der Führungsstil einer Person innerhalb dessen sein. Die häufigsten betrieblichen bzw. internen Ursachen sind dabei:
- Fehlende oder mangelhafte Kommunikation zwischen Mitarbeitenden und Vorgesetzten
- Spannungen oder negatives Betriebsklima innerhalb des Unternehmens oder eines Teams
- Strenge hierarchische Strukturen
- Fehlende oder mangelhafte Work-Life-Balance
- Über- oder Unterforderung
- Mangelnde Perspektiven
- Gehaltsunzufriedenheit
- Nicht eingelöste Versprechungen zu Beginn des Arbeitsverhältnisses
Überbetriebliche Ursachen
Wenn Mitarbeitende ein Unternehmen verlassen, ist das immer eine sehr persönliche Entscheidung, die nicht alleine vom Unternehmen abhängt. Die Gründe haben dadurch auch nicht immer direkt etwas mit dem Unternehmen zu tun:
-
- Familiäre Gründe (Umzug, Familiengründung, Pflege von Verwandten)
- Beginn einer Selbstständigkeit
- Wechsel der Branche
- Berufliche Umorientierung oder Umschulung
- Finanzielle Unabhängigkeit
- Eintritt in den Ruhestand
- Tod eines Mitarbeitenden
Auswirkungen von Fluktuation
Sollte ein Unternehmen von einer hohen Fluktuationsrate betroffen sein, sind die Auswirkungen dessen sowohl für die Mitarbeitenden als auch für die Unternehmensführung spürbar.
Eine Folge einer hohen Fluktuation ist, dass die Mitarbeitenden sich vermehrt an neue Kolleg:innen gewöhnen müssen und sich wieder auf verschiedene Arbeitsweisen einstellen müssen. Dies erschwert eine effiziente und eingespielte Zusammenarbeit. Außerdem verändert sich auch häufig das soziale Umfeld. Einerseits erhalten Mitarbeitende dann zwar immer wieder neue Einblicke in verschiedene Kulturen und frische Ideen halten im Unternehmen Einzug, andererseits können auch so seltener motivierende und unterstützende Bindungen zwischen den Mitarbeitenden entstehen. Neben der häufigen Umgewöhnung vermittelt eine hohe Fluktuation den Mitarbeitenden oft eine geringe allgemeine Zufriedenheit innerhalb des Unternehmens. Dies könnte auch bei eigentlich loyalen Mitarbeitenden zu einer immer höheren Frustration führen, da sich mit steigender Unzufriedenheit auch das Arbeitsklima kontinuierlich verschlechtert.
Für das Unternehmen bedeutet eine hohe Fluktuationsrate, einen drastischen Kostenanstieg und einen teils langwierigen On- und Offboarding-Prozess. Dadurch kann es passieren, dass andere Projekte zurückgestellt werden müssen oder nicht zu Ende gebracht werden können, weil das entscheidende Know-how zusammen mit einem Mitarbeitenden das Unternehmen verlassen hat. Es kann zudem, beispielsweise aufgrund des stetigen Fachkräftemangels in vielen Branchen, herausfordernd sein, die offene Stelle passend zu besetzen und der Neubesetzung fällt es schwer, den Aufgabenbereich der jeweiligen Stelle auf gleichbleibendem Niveau zu erfüllen.
Kann Fluktuation auch Chancen mit sich bringen?
Fluktuation ist nicht ausschließlich mit negativen Folgen verbunden, sondern kann auch positive Entwicklungen im Unternehmen anstoßen. Wenn Mitarbeitende das Unternehmen verlassen, entstehen neue Handlungsspielräume, in denen interne Talente gefördert und sich Verantwortlichkeiten neu verteilen können. Vor allem für jüngere oder bislang weniger eingebundene Mitarbeitende ergeben sich dadurch Gelegenheiten zur fachlichen und persönlichen Weiterentwicklung.
Zudem bringen neue Teammitglieder häufig frische Impulse und Perspektiven mit. Sie kommen mit eigenen Erfahrungen, neuen Ideen und kulturellen Hintergründen ins Unternehmen und eröffnen damit neue Blickwinkel. Diese Einflüsse können eingespielte Abläufe auflockern, Routinen hinterfragen, kreative Prozesse fördern und neue Innovationen anstoßen. Der Austausch mit neuen Kolleg:innen ermöglicht es, sich mit unterschiedlichen Sichtweisen auseinanderzusetzen und von anderen Herangehensweisen kennenzulernen.
Fluktuation verringern: 7 Best practices für Ihr Unternehmen
Eine hohe Fluktuation verursacht nicht nur Kosten, sondern auch den Verlust von Wissen und Produktivität. Um dem entgegenzuwirken, ist es entscheidend, frühzeitig zu handeln. Die folgenden Best Practices unterstützen Unternehmen dabei, die Fluktuationsrate zu senken und die Mitarbeitendenbindung langfristig zu stärken:
Strukturiertes Onboarding
Ein klares und gut organisiertes Onboarding ist essenziell, um neuen Mitarbeitenden den Einstieg zu erleichtern. Eine schrittweise Einführung in Aufgaben, Abläufe und Kultur des Unternehmens schafft Sicherheit, fördert das Verständnis für die eigene Rolle und stärkt die Bindung des Mitarbeitenden gegenüber dem Unternehmen.
Realistische Stellenausschreibungen
Bereits beim Recruiting neuer Mitarbeitender ist es wichtig, ein realistisches Bild der ausgeschriebenen Position zu vermitteln. Aufgaben, Anforderungen und Leistungen sollten klar und ehrlich beschrieben sein, um spätere Enttäuschungen und frühzeitige Kündigungen zu vermeiden.
Entwicklungsperspektiven schaffen
Berufliche Entwicklungsmöglichkeiten und interne Aufstiegschancen sind zentrale Faktoren für langfristige Mitarbeitendenbindung. Weiterbildungsangebote, interne Karrieremodelle und regelmäßige Entwicklungsgespräche zeigen Perspektiven auf und motivieren dazu, im Unternehmen zu bleiben.
Unternehmenskultur aktiv gestalten
Ein positives Arbeitsumfeld ist entscheidend für die Mitarbeiterzufriedenheit. Dazu gehören ein wertschätzender Umgang, eine offene Kommunikation sowie ein Führungsstil, der Mitarbeitende ernst nimmt und einbezieht. Regelmäßige Teambuilding-Maßnahmen, Feedbackrunden und transparente Entscheidungen tragen zur Stärkung der Unternehmenskultur bei.
Regelmäßiges Feedback einholen
Um frühzeitig auf Unzufriedenheit reagieren zu können, ist es wichtig, regelmäßige Rückmeldungen der Mitarbeitenden zu erhalten. Dies kann durch persönliche Gespräche, interne Umfragen oder anonyme Feedbackformate im Social Intranet erfolgen. Das Unternehmen sollte die Ergebnisse sollten ernst nehmen und als Grundlage für Verbesserungen nutzen.
Arbeitsprozesse realistisch planen
Eine gute Balance zwischen Anforderungen und individuellen Arbeitsweisen fördert Produktivität und Wohlbefinden innerhalb des Unternehmens. Dazu gehören realistische Zeitvorgaben, flexible Arbeitsmodelle und ein offener Umgang mit Belastungssituationen. Ziel ist es, Mitarbeitende in ihrer Eigenverantwortung zu stärken, ohne die Leistungsfähigkeit des Unternehmens zu gefährden.
Transparente Kommunikation im Alltag
Veränderungen sollten offen und frühzeitig kommuniziert werden, um Unsicherheit zu vermeiden. Informationen über personelle Entwicklungen, technische Neuerungen oder organisatorische Änderungen können ebenfalls über das Social Intranet bereitgestellt werden. So bleiben alle Mitarbeitenden informiert und können sich auf neue Rahmenbedingungen einstellen.
Hohe Fluktuation verstehen & richtig handhaben
Hohe Fluktuation kostet und schadet dem Betriebsklima. Ursachen sind oft interne Probleme wie schlechte Kommunikation oder fehlende Perspektiven. Gegensteuern lässt sich mit Feedback, gutem Onboarding, klaren Karrierewegen und wertschätzender Kultur.
Fazit
Fluktuation steuern und gezielt reduzieren
Fluktuation ist ein natürlicher Bestandteil jedes Unternehmens, doch eine dauerhaft hohe Fluktuationsrate stellt eine Herausforderung dar, die sich auf viele Bereiche auswirkt. Neben hohen Kosten durch Recruiting und Einarbeitung sowie dem Verlust von wertvollem Wissen kann eine hohe Fluktuation das Betriebsklima und die Produktivität deutlich beeinträchtigen. Deshalb ist es essenziell, die Ursachen dafür zu verstehen und zwischen betrieblichen sowie überbetrieblichen Einflussfaktoren zu unterscheiden. Nur so lassen sich gezielte Gegenmaßnahmen entwickeln, die die Bindung der Mitarbeitenden stärken und die Fluktuationsrate nachhaltig reduzieren können.
Ein strukturiertes Onboarding, transparente Kommunikation, realistische Erwartungen und attraktive Entwicklungsperspektiven sind entscheidende Hebel, um Mitarbeitende langfristig zu motivieren und zu halten. Gleichzeitig bietet Fluktuation die Chance, durch neue Impulse und frische Perspektiven Wachstum und Innovation zu fördern.
Unternehmen, die Fluktuation aktiv beobachten und proaktiv gestalten, profitieren von einem stabilen und belastbaren Team, einem positiven Arbeitsumfeld und einer höheren Wettbewerbsfähigkeit. So wird Fluktuation nicht nur als Risiko, sondern auch als Entwicklungsmotor verstanden. Dies schafft die Grundlage für nachhaltigen Erfolg und ein zukunftsfähiges Unternehmen.
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Die Fluktuationsrate misst, wie viele Mitarbeitende ein Unternehmen verlassen. Sie dient als Frühindikator für strukturelle Schwächen. Durchschnittlich liegt sie bei 32 %, als gesund gelten 8 % bis 12 %. Mit der Schlüter- oder BDA-Formel lässt sie sich einfach berechnen und einordnen.
Fluktuationsrate: Die wichtigsten Kennzahlen erkennen und verstehen
Die Fluktuationsrate zeigt, wie viele Beschäftigte ein Unternehmen in einem bestimmten Zeitraum verlassen. Eine hohe Rate kann auf strukturelle Probleme hinweisen. Maßnahmen wie Feedback, klare Kommunikation und Fokus auf Zufriedenheit helfen, gegenzusteuern.
Fluktuationskosten: Verstehen, berechnen und senken
Mitarbeiterfluktuation ist teuer: Neben dem Verlust von Know-how entstehen Kosten für Austritt, Recruiting, Onboarding und Ausfall. Pro Fall können über 40.000 Euro anfallen. Reduzieren lässt sich die Fluktuation durch gutes Onboarding, realistische Ausschreibungen, klare Kommunikation und Feedback.
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