Fluktuationsrate

Die Fluktuationsrate als Frühwarnsystem

Das Thema Fluktuation betrifft Unternehmen in allen Branchen. Häufig stellt sich dabei die Frage, woran zu erkennen ist, ob die Fluktuation im eigenen Unternehmen bereits ein zu hohes Ausmaß angenommen hat. Orientierung bietet die sogenannte Fluktuationsrate. Sie liefert einen vergleichbaren Wert und ermöglicht es, Entwicklungen besser einzuordnen. Doch was sagt die Fluktuationsrate überhaupt aus, wie wird die sie berechnet und ab wann ist die Fluktuation zu hoch?

Mann vor gelbem Hintergrund verschränkt Arme, lächelt in die Kamera
Autor:in
Jacob Fitz
Datum
07.07.2025
Lesezeit

4 Minuten

Das Wichtigste in Kürze

Die Fluktuationsrate gibt Auskunft darüber, wie viele Mitarbeitende ein Unternehmen innerhalb eines bestimmten Zeitraums verlassen haben. Dieser Wert hilft dabei, interne Entwicklungen und Unterschiede zwischen Abteilungen besser zu verstehen. In Deutschland liegt die durchschnittliche Fluktuationsrate bei etwa 32 %, wobei Werte zwischen 8 % und 15 % als gesund oder stabil gelten. Regelmäßiger Austausch, gezieltes Feedback und transparente Kommunikation sind entscheidend, um die Mitarbeiterbindung zu stärken und die Fluktuation zu senken.

Definition: Was sagt die Fluktuationsrate aus?

Die „Fluktuationsrate“ ist eine Kennzahl, die Auskunft darüber gibt, wie hoch der Anteil der Mitarbeitenden ist, die ein Unternehmen in einem bestimmten Zeitraum (meist innerhalb eines Jahres) verlassen haben. Die Gründe für das Ausscheiden der einzelnen Mitarbeitenden sind dabei zunächst irrelevant, verdeutlichen aber bei näherer Betrachtung mögliche interne Probleme des Unternehmens oder einer Abteilung.

Die Fluktuationsrate kann sich auf mehrere Ebenen beziehen. Diese innerhalb des gesamten Unternehmens oder einzelnen Abteilung zu betrachten, kann dabei helfen, die Gründe für eine Fluktuation besser zu verstehen.

Fluktuationsrate Berechnen

Sowohl die Schlüter- als auch die BDA-Formel berechnen die Fluktuationsrate in einem Unternehmen.

Die genaue Anleitung zur Berechnung der Fluktuationsrate gibt es hier.

Fluktuationsrate in Deutschland

Fluktuation gehört zu jedem Unternehmen dazu und sorgt ein Stück weit dafür, frischen Wind, neue Ideen und andere Perspektiven einzubringen. Eine zu hoch angestiegene Fluktuationsrate ist jedoch problematisch.

Um zu erkennen, ab wann die Fluktuation im eigenen Unternehmen zu sehr ansteigt, ist es sinnvoll ein Blick auf den Bundesdurchschnitt zu werfen.
Zur besseren Einordnung lässt sich noch grob sagen, dass eine Fluktuationsrate von etwa 15 % als stabil und zwischen 8 – 12 % als gesund gilt.

In Deutschland liegt die durchschnittliche Fluktuationsrate bei etwa 32 %. Im Vergleich zu einer stabilen Fluktuation fällt dieser Wert mehr als doppelt so hoch aus.
Dieser Umstand ist vor allem auf einen hohen Bedarf an Fachkräften und eine daraus resultierende hohe Wechselbereitschaft von Mitarbeitenden zurückzuführen. Der Wettbewerb um qualifizierte Fachkräfte hat sich in den letzten Jahren immer weiter intensiviert, sodass viele Unternehmen die Angebote ihrer Konkurrenten überbieten müssen, um neue Mitarbeitende zu gewinnen und die bisherigen zu halten.

Aus Sicht der Arbeitnehmenden bietet diese Situation durchaus Vorteile. Einerseits müssen sich Mitarbeitende in vielen Branchen keine Gedanken darum müssen, ob sie nach ihrer Ausbildung oder ihrem Studium einen Job erhalten, andererseits können sie bei Bewerbungsprozessen häufig verschiedene Angebote miteinander vergleichen und sind damit nicht darauf angewiesen, das “nächstbeste” Angebot wahrzunehmen.

Fluktuationsrate senken

Um das Stimmungsbild der Mitarbeitenden nachvollziehen zu können und ob Gründe bestehen, die möglicherweise zu einem Wechsel führen könnten, ist es wichtig, regelmäßig mit den Mitarbeitenden ins Gespräch zu kommen oder auf anderem Weg Feedback einzuholen. Eine Möglichkeit hierfür sind Zufriedenheitsbefragungen, die zum Beispiel über das Social Intranet durchgeführt werden können.

Darüber hinaus ist es wichtig, sich im Alltag ausreichend Zeit für die Mitarbeitenden zu nehmen, sowohl beim Onboarding neuer Kolleg:innen als auch während laufender Projekte. Dabei geht es nicht darum, unbegrenzt Zeit zur Verfügung zu stellen, sondern vielmehr darum, individuelle Arbeitsweisen zu fördern und Raum für eigenständiges Arbeiten zu schaffen. Auf diese Weise kann ein produktives und positives Umfeld entstehen, welches die Mitarbeiterbindung verbessern und die Fluktuation reduzieren kann.

Auch eine transparente und frühzeitige Kommunikation spielt eine entscheidende Rolle. Viele Mitarbeitende wünschen sich, über bevorstehende Veränderungen so früh wie möglich informiert zu werden, um sich entsprechend darauf einstellen zu können. Beiträge im Social Intranet mit Hinweisen über personelle Veränderungen, neue Projekte oder geplante Events können alle Mitarbeitenden rechtzeitig informieren.

Fazit

Die Fluktuationsrate richtig einordnen und nutzen

Die Fluktuationsrate ist ein hilfreiches Instrument, um Personalbewegungen im Unternehmen besser zu verstehen. Sie ermöglicht es, Entwicklungen beobachten und im passenden Kontext zu bewerten. Eine erhöhte Fluktuation birgt vor allem für Arbeitnehmende durchaus Vorteile, kann jedoch ebenfalls auf Schwächen innerhalb des Unternehmens und dessen Kultur hinweisen.

Durch eine regelmäßige Analyse in Kombination mit offenem Austausch und transparenten Kommunikationswegen lassen sich Fluktuationsursachen frühzeitig erkennen. So können Unternehmen gezielte Maßnahmen einleiten, um die Mitarbeiterzufriedenheit zu erhöhen und eine langfristige Bindung gegenüber dem Unternehmen zu fördern.

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Hohe Fluktuation verstehen & richtig handhaben

Hohe Fluktuation kostet und schadet dem Betriebsklima. Ursachen sind oft interne Probleme wie schlechte Kommunikation oder fehlende Perspektiven. Gegensteuern lässt sich mit Feedback, gutem Onboarding, klaren Karrierewegen und wertschätzender Kultur.

Fluktuationsrate einfach & schnell berechnen

Die Fluktuationsrate misst, wie viele Mitarbeitende ein Unternehmen verlassen. Sie dient als Frühindikator für strukturelle Schwächen. Durchschnittlich liegt sie bei 32 %, als gesund gelten 8 % bis 12 %. Mit der Schlüter- oder BDA-Formel lässt sie sich einfach berechnen und einordnen.

Fluktuationskosten: Verstehen, berechnen und senken

Mitarbeiterfluktuation ist teuer: Neben dem Verlust von Know-how entstehen Kosten für Austritt, Recruiting, Onboarding und Ausfall. Pro Fall können über 40.000 Euro anfallen. Reduzieren lässt sich die Fluktuation durch gutes Onboarding, realistische Ausschreibungen, klare Kommunikation und Feedback.

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