Bonn, 09.10.2018: Google wird den öffentlichen Betrieb seines sozialen Netzwerks Google+ zum August 2019 einstellen. Grund für die Ankündigung des Konzerns ist das Öffentlich werden eines massiven Datenlecks im Oktober 2018. In Hinblick auf geringe Nutzerzahlen und datenschutzrechtliche Probleme überrascht diese Ankündigungen niemanden groß. Spannend ist ein anderes Detail: Google+ wird als Social Intranet für Unternehmenskunden weiter existieren. Auf dem europäischen Markt dürfte es Google+ als Social Intranet dennoch schwer haben.

Das Ende von Google+ in seiner jetzigen Form

Das soziale Netzwerk des Internetriesen Google gilt schon lange als angezählt. Angetreten war man im Jahr 2012 um ein Gegengewicht zu Mark Zuckerbergs Plattform Facebook zu setzen. Die hohen Erwartungen wurden enttäuscht. Heute, sechs Jahre später, verzeichnet Google+ geringe Nutzerzahlen und ist für die Kommunikation mit Freunden und Bekannten kaum relevant.

Grund für die Entscheidung, das Netzwerk zu schließen ist eine Datenpanne. Über eine Schnittstelle hatten Entwickler potentiellen Zugang zu persönlichen Daten von 500.000 Nutzern. Die Daten wie vieler Nutzer wirklich abgegriffen wurden ist nicht nachvollziehbar. Das Schlimmste daran: Google ist die seit 2015 bestehende Panne seit März 2018 bekannt. Das Leck wurde zwar geschlossen, jedoch von Google verheimlicht.

Zukunft als Social Intranet für Unternehmen?

Komplett zu Ende ist es jedoch nicht für Google+. Die Softwarebasis soll zukünftig als Social Intranet an Unternehmen vermarktet werden. So versucht Google sich ein neues Geschäftsfeld zu eröffnen. Dies wird sicher Bewegung in den Social Intranet Markt bringen.

Grundsätzlich ist denkbar, dass dem Netzwerk der Umschwung zum Social Intranet gelingt. Die Funktionen im Bereich der Kommunikation, die bereits heute vorhanden sind, lassen dies durchaus möglich erscheinen. Auch das Vernetzen mit wichtigen Ansprechpartnern innerhalb der eigenen Organisation ist mit dem heutigen Feature Set problemlos möglich.

Allerdings erscheint die praktische Zusammenarbeit mit den momentan verfügbaren Funktionen eher schwierig abbildbar. Das soziale Netzwerk erlaubt keine gemeinsamen Dateiablagen oder die Abstimmung von Themen oder Inhalten. Natürlich gibt es Funktionen im Google-Kosmos, die hier zum Einsatz kommen könnten. Ein Konzept dafür, wie man eher analoge Kollegen zur Zusammenarbeit über Social Media motiviert, ist bei Google bislang nicht vorhanden. Eine Integration der „Generation E-Mail“ erscheint somit schwierig. Wie gut dies funktionieren wird, muss die Zukunft zeigen.

Problemfeld Datenhoheit

Ähnlich wie bei Facebooks Unternehmenslösung „Workplaces“ ist damit zu rechnen, dass Käufer von Google+ als Social Intranet die Hoheit über ihre Daten an den Anbieter übertragen wollen. Sie geben somit die Verantwortung, wie ihre Daten verschlüsselt, übertragen und gespeichert werden an den Anbieter weiter. Das gleiche gilt für die Hoheit über Funktionalitäten und Design. Dass der Großkonzern Google einem kleineren Unternehmen Anpassungen oder komplett eigene Funktionalitäten anbieten wird, ist eher unwahrscheinlich.

Auch stellt sich die Frage, wie tief Unternehmen Google in ihre eigene IT-Infrastruktur integrieren können und wollen. Bereits in der Vergangenheit waren Unternehmen eher zögerlich, was das betrifft. Im Jahr 2008 startete die „Google Search Appliance“, die es Unternehmen ermöglichen sollte, eigene Dokumente mit von Google zur Verfügung gestellten Servern zu durchsuchen. Das Modell scheiterte jedoch relativ schnell, da kaum ein Unternehmen bereit war, dem Konzern diesen weitreichenden Zugriff zu gewähren.

US-Anbieter sind nicht DSGVO compliant

Ein weiterer Punkt, den Unternehmen kritisch betrachten sollten, ist der Datenschutz. Zwar hat Google hier Besserung gelobt, es darf allerdings nicht erwartet, dass die strikten deutschen und europäischen Datenschutzstandards eingehalten werden. Als US-amerikanisches Unternehmen unterliegt Google dem Cloud Act. Dieser verpflichtet den Konzern, den US-Sicherheitsbehörden im Notfall Zugriff auf bei Google gespeicherte Daten zu gewähren, selbst wenn die Server in Europa stehen. Dies widerspricht der europäischen Datenschutzgrundverordnung. Somit ist es für europäische Unternehmen von vorne Weg nicht möglich, Googles Dienste komplett rechtskonform zu nutzen. Gerade Organisationen mit sensiblen Daten sollten also auch in jedem Fall einen kritischen Blick bewahren. Gerade in Hinblick auf die jüngste Geschichte kann hier nicht automatisch mit Transparenz gerechnet werden.
 
 


 
 
Über tixxt
tixxt bietet Social-Intranet- und Extranet-Lösungen der nächsten Generation. Egal ob Unternehmensintranet, Mitgliederportal oder Kundennetzwerk – tixxt hilft, Kommunikation an einem Ort zu bündeln. Es gehen keine Informationen mehr verloren und die Zusammenarbeit – auch über verschiedene Standorte hinweg – funktioniert einfach und problemlos. Immer mehr Menschen nutzen privat soziale Netzwerke und wünschen sich diese intuitive und schrankenlose Funktionalität auch in ihrem dienstlichen Umfeld. Mit mittlerweile über 180.000 Plattformen ist die Bonner mixxt GmbH beliebtester und größter Social-Software-Anbieter aus Europa.

Pressekontakt:
Kerstin Grözinger
mixxt GmbH
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