Hybrides Arbeiten

Flexibilität für den modernen Arbeitsalltag

Hybride Arbeit ist eines der bekanntesten Konzepte aus dem Bereich der New Work und gehört bereits in vielen Unternehmen zum Arbeitsalltag. Dabei geht es vor allem um die Verknüpfung der klassischen Arbeit vor Ort mit Remote Arbeit. Welche Vorteile bietet hybride Arbeit, welche Bedeutung hat sie heute und in Zukunft und worin unterscheiden sich die verschiedenen hybriden Arbeitsmodelle?

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Autor:in
Jacob Fitz
Datum
12.05.2025
Lesezeit

6 Minuten

Definition: Was ist hybride Arbeit?

Hybride Arbeit beschreibt eine Mischform aus klassischer Arbeit vor Ort und sogenannter Remote Work.
Mit Arbeit vor Ort ist die Tätigkeit an einem festen Ort gemeint, den das Unternehmen zur Verfügung stellt, zum Beispiel ein Büro oder eine Produktionshalle.
Remote Work bedeutet dagegen, dass die Arbeit von einem Ort außerhalb der Räumlichkeiten des Unternehmens erledigt wird. Das kann zum Beispiel die eigene Wohnung, ein Co-Working-Space oder ein Ort im Ausland sein.
Hybride Arbeit verbindet diese beiden Ansätze. In vielen Fällen können sich Mitarbeitende aussuchen, ob sie im Unternehmen oder von einem anderen Ort aus arbeiten möchten. Es gibt aber auch Unternehmen oder Abteilungen, bei denen feste Präsenztage vorgesehen sind.
Wie viele andere Konzepte der New Work unterscheidet sich die Umsetzung von hybrider Arbeit je nach Unternehmen.

Das wichtigste zu hybrider Arbeit in Kürze

Was heißt hybrides arbeiten?

Hybrid arbeiten bedeutet, dass Mitarbeitende ihre Arbeitszeit flexibel zwischen einem festen Unternehmensstandort wie einem Büro oder einer Produktionsstätte und einem ortsunabhängigen Arbeitsplatz wie Homeoffice, Co-Working-Space oder einem Ort im Ausland aufteilen. Hybride Arbeit kombiniert die Vorteile der Arbeit vor Ort mit der Flexibilität der Remote-Arbeit. Je nach Unternehmen können Mitarbeitende selbst entscheiden, wann sie im Unternehmen oder remote arbeiten, oder es gibt feste Präsenztage.

Was bedeutet hybrid bei Stellenanzeigen?

Steht in einer Stellenanzeige „hybrid“, bedeutet das, dass das Unternehmen ein hybrides Arbeitsmodell anbietet. Bewerbende können erwarten, dass sie ihre Tätigkeit sowohl im Unternehmen als auch remote ausüben können. Damit zeigt das Unternehmen, dass es Flexibilität, Autonomie und eine bessere Vereinbarkeit von Berufs- und Privatleben unterstützt.

Was bedeutet hybrid Job?

Ein hybrider Job beschreibt eine Position, bei der die Arbeit sowohl am Unternehmensstandort als auch remote möglich ist. Die genaue Ausgestaltung kann unterschiedlich sein: Manche Unternehmen bieten freie Wahl des Arbeitsortes, andere legen bestimmte Präsenztage fest oder kombinieren beides projektbasiert. Das Ziel eines hybriden Jobs ist es, Mitarbeitenden mehr Freiheit zu geben, ihre Arbeitsweise an ihre individuellen Bedürfnisse anzupassen und gleichzeitig den persönlichen Austausch im Unternehmen zu fördern.

Vorteile hybrider Arbeit

Unternehmen, die hybride Arbeit in ihrer Kultur verankert haben und das Konzept aktiv leben, erhoffen sich dadurch entscheiden Vorteile, sowohl für das Unternehmen selbst, als auch für dessen Mitarbeitende:

 

  1. Flexibilität: Mitarbeitenden, die ihre Arbeitsaufgaben sowohl vor Ort im Unternehmen als auch Remote erledigen und freier über Zeit und Ort ihrer Arbeit entscheiden können, fällt es meist leichter, Berufs- und Privatleben besser miteinander in Einklang bringen. Das ermöglicht ihnen zusätzlich auf spontane Ereignisse, wie zum Beispiel Ausfälle des ÖPNV leichter reagieren zu können. Außerdem wird die Stressresilienz gefördert und kann sogar Stress reduzieren.
  2. Verbesserung der Work-Life-Balance: In direkter Verbindung zu Flexibilität steht auch eine verbesserte Work-Life-Balance. Mitarbeitende müssen nicht unbedingt jeden Tag den Weg ins Unternehmen auf sich nehmen und können sich ihre Arbeitszeiten freier einteilen. Dadurch können sie ihren Alltag besser mit ihrem sozialen Umfeld abstimmen.
  3. Höhere Mitarbeiterzufriedenheit und -bindung: Unternehmen, die es ihren Mitarbeitenden frei überlassen, ihren Arbeitsort und teilweise auch die Einteilung der Arbeitszeiten selbst zu wählen, vermitteln diesen ein Gefühl von Freiheit, Autonomie und Eigenverantwortung. Dies kann das dazu beitragen, dass die Mitarbeitenden sich ihrem Unternehmen gegenüber verbundener fühlen und es dadurch eine geringere Fluktuation gibt.
  4. Kostenersparnis: Hybride Arbeit kann für das Unternehmen und die Mitarbeitenden auch weniger Ausgaben bedeuten. Mitarbeitende, die sonst täglich mit dem Auto zu ihrem Unternehmen fahren mussten, sparen nun Geld, da sie seltener tanken müssen und ihr Auto weniger verschleißt. Unternehmen können sich gleichzeitig räumlich verkleinern, da weniger Mitarbeitende gleichzeitig vor Ort sind, so zahlen sie nicht nur weniger Miete, sondern können auch ihre Nebenkosten reduzieren.

Die Bedeutung von hybrider Arbeit

Spätestens seit der Corona-Pandemie hat die Bedeutung von hybrider Arbeit erheblich zugenommen. Aus Schutz vor Ansteckung der eigenen Mitarbeitenden ermöglichten es viele Unternehmen in den unterschiedlichsten Branchen die Remote Arbeit von Zuhause aus. Viele Mitarbeitende haben daran gefallen gefunden.

Trotz der großen Beliebtheit von Remote Work spielt für in vielen Unternehmen der persönliche Austausch untereinander eine wichtige Rolle, weshalb viele Unternehmen seit dem Ende der Pandemie hybride Arbeitsmodelle anbieten. Dadurch findet der persönliche Austausch weiterhin statt und die Mitarbeitenden können gleichzeitig weiterhin von den Vorzügen der Remote Work profitieren. Auch in Stellenangeboten werben viele Unternehmen inzwischen mit der Möglichkeit, hybrid zu arbeiten, um die eigene Attraktivität als Arbeitgeber gegenüber der Konkurrenz zu erhöhen.

5 Hybride Arbeitsmodelle im Überblick

Auch wenn sich das Konzept der hybriden Arbeit im Kern nicht stark verändert, gibt es, je nach Unternehmen, unterschiedliche Arten der Anwendung. Diese lassen sich in fünf verschiedene Modelle unterteilen:

 

  1. Das Modell der freien Entscheidung: Hier können Mitarbeitende frei wählen, wann sie vor Ort und wann sie Remote arbeiten möchten. Die Wahl kann sich meist auch von Woche zu Woche verändern, sodass Mitarbeitende ihre Berufsleben so flexibel wie möglich an ihr Privatleben anpassen können.
  2. Das Modell der geteilten Wochen: Dieses Modell sieht vor, in der Woche an zwei bis drei Tagen in Präsenz zu arbeiten und die restlichen Tage in Remote zu verbringen. Häufig sind dabei die verschiedenen Teams und Abteilungen an unterschiedlichen Tagen vor Ort, um räumliche Schwierigkeiten zu vermeiden. Auch bei dieser Umsetzung haben Mitarbeitende viel Freiheit bei der Gestaltung ihres Arbeitsalltags, vielen fällt es hierbei jedoch leichter den persönlichen Kontakt innerhalb des Teams aufrechtzuerhalten und Projekte gemeinsam zu bearbeiten.
  3. Arbeit in Schichten: Dieses Modell basiert auf einem festen Wechselrhythmus und kann je nach Unternehmen unterschiedlich gestaltet sein. Häufig teilen sich die Wochen in abwechselnde Phasen auf, zum Beispiel eine Woche Remote, gefolgt von einer Woche in Frühschicht und anschließend eine Woche in Spätschicht. In einer anderen Variante wechseln die Mitarbeitenden im Wochenrhythmus zwischen Präsenz im Büro und Remote Arbeit. Dadurch kann insbesondere bei größeren Unternehmen sichergestellt werden, dass ausreichend Arbeitsplätze vor Ort vorhanden sind und die Büroräume effizient von mehreren Teams genutzt werden. Beide Varianten erfordern jedoch ein hohes Maß an Anpassungsfähigkeit, da sich die Mitarbeitenden regelmäßig auf einen neuen Arbeitsrhythmus einstellen müssen.
  4. Office/Remote first: Je nach Branche oder den räumlichen Gegebenheiten eines Unternehmens kann es sein, dass bestimmte Mitarbeitende oder Bereiche nicht vollständig flexibel arbeiten können. In solchen Fällen liegt der Schwerpunkt entweder auf der vor Ort (beispielsweise im Büro) oder in Remote. Das bedeutet, dass die meisten Aufgaben an diesem Ort erledigt werden. Dieses Modell ist im Vergleich zu anderen allerdings eher eine Seltenheit.
  5. Projektbasiert: Projekte eines Teams oder einer Abteilung können in Umfang und Aufwand stark variieren. In einer solchen Phase kann der Bedarf an Arbeitsplätzen vor Ort variieren. Nach Abschluss des Projekts sind erneut weniger Präsenztage erforderlich und die Mitarbeitenden stellen sich auf neuen Wechsel zwischen Remote- und Vor-Ort-Arbeit ein. Dies kann bei manch einer Person jedoch zu Planungsunsicherheiten führen, beispielsweise bei der Abstimmung von Betreuungszeiten für Kinder oder privaten Terminen.

Fazit

Hybride Arbeit in der Zukunft

Hybride Arbeit hat sich in den letzten Jahren stark verbreitet und wird auch in Zukunft eine zentrale Rolle spielen. Immer mehr Unternehmen setzen auf hybride Arbeitsmodelle, um attraktiver für Bewerber:innen zu werden und gleichzeitig auf die individuellen Bedürfnisse ihrer Mitarbeitenden einzugehen. Dabei wird hybride Arbeit zunehmend als fester Bestandteil der Unternehmenskultur verstanden. Die verschiedenen Modelle zeigen außerdem, dass es keine Einheitslösung gibt, sondern dass jedes Unternehmen das Modell finden, oder entwickeln, muss, das am ehesten auf dessen Bedürfnisse angepasst ist.

Die vergangenen Jahre haben gezeigt, dass hybride Arbeit nicht nur eine kurzfristige Reaktion auf veränderte Rahmenbedingungen war, sondern sich als nachhaltige Arbeitsform etabliert hat. Sie bietet sowohl Mitarbeitenden als auch Unternehmen zahlreiche Vorteile, insbesondere im Hinblick auf Flexibilität, Zufriedenheit und Effizienz. Entscheidend für den langfristigen Erfolg ist jedoch eine klare und gut durchdachte Umsetzung, die sowohl Raum für persönliche Begegnungen als auch für eigenverantwortliches Arbeiten lässt.

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