So lernt eine Organisation im Social Intranet

Das Konzept der lernenden Organisation von March und Olsen geht davon aus, dass die Einstellungen eines Menschen immer dessen Handlungen beeinflusst. Heute spielt der Ansatz vor allem für die Organisation im Social Intranet eine wichtige Rolle.

Der Ansatz von March und Olsen (1975)

Das Konzept der lernenden Organisation stammt von March und Olsen aus dem Jahr 1975. Es bietet einen allgemeinen Ansatz zum organisationalen Lernen. Dabei berücksichtigen March und Olsen im Gegensatz zu herkömmlichen Lernmodellen die Individualität einer Person. Sie gehen davon aus, dass die menschliche Rationalität begrenzt ist. Die Einstellung eines Menschen beeinflusst deshalb immer die jeweiligen Handlungen, egal ob im privaten oder beruflichen Umfeld. Das Konzept der lernenden Organisation beschreibt die Wirkung der beschränkten Rationalität in einer Organisation. Dazu wird der Prozess in vier Phasen eingeteilt, die in einem sich wiederholenden Kreislauf stattfinden.

Die vier Phasen des Konzepts der lernenden Organisation

Vier Phasen der lernenden Organisation
In der ersten Phase leiten Organisationsmitglieder Ziele aus eigenen subjektiven Überzeugungen ab. Diese werden dann in Form von Handlungen umgesetzt. Das bedeutet, dass die Einstellung einer Person jederzeit ihr Verhalten beeinflusst.
In der zweiten Phase werden dann die individuellen Handlungen in den Handlungszusammenhang der Organisation eingeordnet. Somit hat die persönliche Überzeugung direkte Auswirkungen auf die Handlungen in der Organisation.
In der dritten Phase werden die Handlungen wahrgenommen und führen zu einer Reaktion des Umfelds.
In der vierten Phase reflektiert das Organisationsmitglied über die Reaktion des Umfelds, was gegebenenfalls zu einer Veränderung der eigenen Überzeugung führt. Hier schließt sich der Kreislauf: Das Subjekt befindet sich wieder in der ersten Phase, in der die, eventuell neue, Einstellung die Handlungen beeinflusst.

Lernbarrieren blockieren den Lernprozess

Die vier Phasen können laut March und Olsen durch Lernbarrieren gestört werden. So kann es vorkommen, dass es Interpretationsschwierigkeiten zwischen verschiedenen Instanzen gibt. Vermutet das Umfeld in der dritten Phase beispielsweise andere Motivationen oder Einstellungen hinter den Handlungen, findet eine unterschiedliche Interpretation dieser statt. Ein weiteres Problem kann durch die Machtverhältnisse in der Organisation entstehen. Erlauben diese dem Individuum nicht, seine eigenen Überzeugungen in Handlungen umzusetzen, kommt es nicht zur lernenden Organisation.

Das Konzept der lernenden Organisation im Social Intranet

Das Konzept von March und Olsen kann auch auf die Organisation im Social Intranet übertragen werden. Hier wird transparent gearbeitet, da ein Großteil der Informationen im Social Intranet öffentlich geteilt wird. Bei Dateien ist durch Funktionen wie die Dateiversionierung die Entwicklung zu erkennen. So ist im Social Intranet jederzeit der Lernprozess der Organisation abgebildet. Weil jederzeit nachvollzogen werden kann, wer an welcher Stelle mitgearbeitet hat, kann auch aus den Überzeugungen der Kollegen gelernt werden. Das Social Intranet bietet somit die perfekte Plattform für einen erfolgreichen Lernprozess nach March und Olsen. Hier können den beschriebenen Lernbarrieren entgegengewirkt werden. Durch die ständige Kommunikation werden Interpretationsschwierigkeiten zur Seltenheit. Und sollte es doch zu Verständnisproblemen kommen, lassen sich Ansprechpartner schnell und einfach finden.

So unterstützt die Hierarchie im Social Intranet den Lernprozess

Zudem unterstützt ein funktionierendes Social Intranet eine flache Organisationshierarchie. Die Kommunikation zwischen Mitarbeitern und Führungskräften wird erleichtert. Die Machtverhältnisse beschränken die Handlungen des Einzelnen deshalb kaum. Durch eine funktionierende Organisation im Social Intranet können also Lernprozesse stattfinden, ohne dass diese durch Lernbarrieren blockiert werden. Hier gelingt es dem Individuum, aus der Reaktion des Umfelds zu lernen. Gleichzeitig lernt das Umfeld aus den Handlungen des Individuums. Es kommt somit zu einem Kreislauf, der den anhaltenden Lernprozess einer Organisation garantiert.

Wie kann ein Unternehmen aus dem Konzept profitieren?

Durch den in den letzten Jahren aufkommenden Wandel in der Unternehmenskultur wirkt sich das Konzept positiv auf eine Organisation aus. Individualität wird heute als etwas Positives gesehen. Persönliche Stärken von Kollegen werden nicht erdrückt, sondern unterstützt. Das Konzept der lernenden Organisation kann hier gelingen, da aus den Qualitäten eines jeden Mitarbeiters profitiert werden kann. Hier liegt es an den Entscheidern, das Konzept der lernenden Organisation im Social Intranet zu ermöglichen. Dazu sollte die eigene Meinung der Kollegen akzeptiert werden und von Anfang an Wert auf diese gelegt werden. Damit jeder Mitarbeiter seine Qualitäten einbringen kann, muss schon bei der Einführung eines Social Intranets auf die richtige Wertvermittlung geachtet werden. Dazu empfehlen wir unser White Paper „Der perfekte Launch“, damit dem erfolgreichen Lernprozess im Social Intranet nichts mehr im Wege steht.

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