Nachholbedarf bei Digitalisierung in mittelständischen Unternehmen

Eine aktuelle Studie der KfW-Bank liefert neue Erkenntnisse zur Digitalisierung in mittelständischen Unternehmen. Zunächst das Positive: Die Digitalisierung geht voran – zumindest in kleinen Schritten. Trotzdem gibt es nach wie vor noch viele Mittelständler, die den Anschluss zu verlieren drohen.

Vorreiter, Mittelfeld und Nachzügler

Die Studie teilt die betrachteten mittelständischen Unternehmen in die drei Gruppen der Vorreiter, des Mittelfelds und der Nachzügler auf. Zu den Vorreitern darf sich zählen, wer Geschäftsmodelle verfolgt, die auf digitalen Produkten und Diensten basieren und sein Unternehmen nach den Prinzipien der „Wirtschaft 4.0“ gestaltet. Diese Gruppe zeichnet sich weiterhin durch eine umfassende Digitalstrategie aus. Zu ihr gehören im Moment nur 19% der Mittelständler. Die zum Mittelfeld zählenden Unternehmen sind in der Lage große Datenmengen zu analysieren und zu verwerten. Sie bieten ihren Angestellten Zugang zu mobilem Internet und nutzen intern und extern Social Media und Cloud-Computing. Fast die Hälfte (49%) der Mittelständler ist hier einzuordnen. Bei den Nachzüglern ist teilweise noch viel Nachholbedarf erkennbar. Internet gibt es hier nur an festen Arbeitsplätzen, der Webauftritt beschränkt sich oft auf eine Homepage. Daten werden nur bei einem Teil dieser Gruppe automatisiert verarbeitet. Ihr gehören 32% der mittelständischen Unternehmen an.

Digitalisierung in mittelständischen Unternehmen ist branchenabhängig

Die hier dargestellten Zahlen bilden den Querschnitt aller an der Umfrage beteiligten Mittelständler ab. Es lassen sich jedoch auch hier noch unterschiedliche Gruppen ausmachen. Insgesamt sind Unternehmen mit unter 50 Mitarbeitern wesentlich weniger digital als solche, die eine größere Belegschaft haben. Weiterhin hängt der Digitalisierungsgrad stark von der Branche ab. In den Bereichen wissensintensive Dienstleistungen und forschungs- und entwicklungsintensives Gewerbe ist die Digitalisierung weiter fortgeschritten als im verarbeitenden Gewerbe.

Gründe für das langsame Fortschreiten der Automatisierung

Der größte Teil der Mittelständler (83%) hat in den vergangenen beiden Jahren Digitalisierungsprojekte angestoßen. Daran ist zu erkennen, dass der Wille zur Veränderung durchaus gegeben ist. Am häufigsten wurden neue Soft- und Hardware angeschafft. Bei größeren Digitalisierungsprojekten herrscht jedoch noch Zögerlichkeit. Nur 21% der Mittelständler haben die IT zwischen verschiedenen Geschäftsbereichen verknüpft, auch ein umfassendes Sicherheitskonzept existiert nur in 38% der Unternehmen. Fraglich ist, warum hier nur so langsam Fortschritte gemacht werden. Hierfür kann es verschiedene Gründe geben.

Digitalisierung als Frage der Finanzierung

Zum einen sind umfassende technische Neuerungen oftmals mit größeren Kosten verbunden. Die Studie zeigt, dass das Budget für Digitalisierungsprojekte bei 46% der mittelständischen Unternehmen bei unter 10.000 Euro lag. Bei 17% gab es in den Jahren 2013 bis 2015 gar kein Budget für Digitalisierung. Immerhin 25% der Mittelständler gaben bis zu 40.000 Euro aus, nur 12 % hatten ein Budget von bis zu 100.000 Euro. Das Budget wurde vor allem für die Anschaffung von Hard- und Software ausgegeben. Große Teile des Budgets fließen – zumindest bei den Mittelständlern, die größere Beträge in die Hand nehmen – auch in Weiterbildung und Umstrukturierung von Prozessen. Beides ist für die Digitalisierung in mittelständischen Unternehmen unerlässlich. Bei kleinen Budgets verlangsamt sich dieser Prozess natürlich.

Weitere Hindernisse für die Digitalisierung in mittelständischen Unternehmen

Neben den finanziellen Herausforderungen gibt es noch andere Gründe, warum die Digitalisierung in mittelständischen Unternehmen nur langsam an Fahrt aufnimmt. Insgesamt 67% der befragten Unternehmen geben an, dass ihre Beschäftigten nicht über die erforderlichen IT-Kompetenzen verfügen. Weitere 62% nennen Bedenken bezüglich des Datenschutzes und der Datensicherheit. Auch Hindernisse bei der Umstellung der Unternehmensorganisation und der bisherigen IT-Systeme werden von über der Hälfte der Befragten angeführt. Eine zu langsame Internetgeschwindigkeit wird bei immerhin 58% der Befragten als Problem gesehen. Viele Unternehmen befürchten zudem, dass hohe Investitions- und Betriebskosten auf sie zukommen (59%).

Nutzen für das Geschäftsmodell erkennen

Die Ergebnisse der Studie legen nahe, dass viele Unternehmen den Nutzen der Digitalisierung für ihr Geschäftsmodell noch nicht erkannt haben. Selbst wenn nicht auf neue, digitale Produkte umgestellt wird, vereinfachen digitale Werkzeuge und Methoden den Arbeitsablauf. Die Digitalisierung in mittelständischen Unternehmen sollte schnell angegangen werden. Ansonsten ist die Zukunftsfähigkeit stark gefährdet. Wer erfahren möchte, welche Trends und Möglichkeiten die Digitalisierung 2016 bereithält, kann unser White Paper Social Business Trends 2016 hier kostenlos erhalten:

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Bildquelle des Vorschaubilds: bearbeitetes Foto von Flickr-User Yuya Tamai