Verbände digital: Der User Life Cycle im Mitgliederportal

Jeder Verband wünscht sich aktive Mitglieder. Ein interaktives Mitgliederportal bietet hier verschiedene Möglichkeiten, Interaktionen zu fördern und Kommunikation im Verband zu vereinfachen. Doch damit das gelingt, müssen Sie den User Life Cycle im Mitgliederportal verstehen.

Verbände in der Digitalisierung – Wie ein Mitgliederportal hilft

Verbände können von der Digitalisierung profitieren. Ein digitales Mitgliederportal fördert die Interaktion von Mitgliedern und erlaubt gleichzeitig einfaches Wissens- und Dateienmanagement. Das Herzstück einer solchen Plattform sind dabei die jeweiligen Nutzer. Sie führen Diskussionen, teilen Inhalte und beteiligen sich so am Verbandsgeschehen.

Wenn Sie die Wünsche und Probleme der Nutzer nicht verstehen, kann der Erfolg des Mitgliederportals ausbleiben. Deshalb ist es wichtig, die Aktivität Ihrer Mitglieder im Netzwerk zu beobachten. So erkennen Sie schnell Ansatzpunkte, wie Sie die Plattform nachhaltig aktivieren können. Der User Life Cycle im Mitgliederportal ist hier eine gute Hilfe. Er zeigt, welche Phasen die Nutzer durchlaufen können und welche Konflikte dabei entstehen. Dabei absolviert nicht jedes Mitglied zwingend den ganzen Zyklus. Es kann sowohl vorkommen, dass Mitglieder Phasen überspringen als auch, dass späte Phasen nicht erreicht werden.

Die sechs Phasen des User Life Cycle im Mitgliederportal

 
Die sechs Phasen des User Life Cycle im Mitgliederportal
 
1. Phase: Mitglieder, die noch nicht im Portal angemeldet sind
Der User Life Cycle beginnt schon vor der ersten Anmeldung im Mitgliederportal. Für dessen Erfolg ist essenziell, dass es für alle Mitglieder zugänglich ist. Deshalb ist in dieser Phase wichtig, Mitglieder auf die Plattform hinzuweisen. Entscheidend ist, dass die Betroffenen den Mehrwert des Mitgliederportals erkennen. Andernfalls besteht die Gefahr, dass sich die Mitglieder nicht anmelden. Bieten Sie also von Anfang an einen Überblick, was auf der Plattform alles möglich ist. Hier ist es sinnvoll, weniger digital-affine Personen beim Anmeldevorgang zu unterstützen und so ein einfaches Einsteigen in das Mitgliederportal zu ermöglichen.

2. Phase: Neue Nutzer des Mitgliederportals
Sobald sich Mitglieder anmelden, ist der erste Schritt des User Life Cycle im Mitgliederportal abgeschlossen. Die Mitglieder sind jetzt neue Nutzer. Nun liegt es an Ihnen, die Nutzer zum Wiederkommen zu verleiten. Dazu muss vor allem die Plattform inklusive ihrer vielzähligen Funktionen verstanden werden. Eine Support-Gruppe bietet sich dafür an. Probleme mit der Plattform können hier geteilt und anschließend gelöst werden. So lassen sich die grundlegenden Funktionsweisen im Mitgliederportal einfach kommunizieren, ohne dass der Verbandsalltag unterbrochen wird.
Sie können außerdem neuen Nutzern Richtlinien erklären, nach denen auf der Plattform gehandelt wird. Eine solche Netiquette beugt Konflikten im Mitgliederportal vor und sorgt damit für eine angenehme Atmosphäre im Netzwerk.

3. Phase: Wiederkehrende Nutzer
Wiederkehrende Nutzer besuchen das Mitgliederportal immer wieder, jedoch noch nicht regelmäßig. Personen, die nur eine geringe emotionale Bindung zum Verband aufweisen, genügen unregelmäßige Besuche auf der Plattform. Sie sind selten am Tagesgeschehen des Verbands interessiert und konsumieren Informationen im Mitgliederportal passiv. Hier informieren Sie sich meist nur über Termine und anstehende Events. Solche wiederkehrenden Nutzer mit geringer emotionaler Bindung werden nur selten zu regelmäßigen Besuchern. Bei Ihnen ist dennoch wichtig, das Interesse aufrecht zu erhalten. Teilen Sie deshalb alle wichtigen Verbandsinformationen in Ihrem Mitgliederportal. Als zentrale Anlaufstelle für Neuigkeiten und Termine werden auch Mitglieder mit wenig emotionaler Bindung die Plattform immer wieder besuchen, um auf dem neusten Stand zu bleiben.

4. Phase: Regelmäßige Nutzer
Ob Mitglieder von wiederkehrenden zu regelmäßigen Nutzern werden, entscheidet häufig die Bindung zum Verband. Die emotionale Bindung zum Verband ist bei regelmäßigen Nutzern oft hoch. Da sie jede Neuigkeit möglichst schnell erfahren wollen, akzeptieren und nutzen sie das Mitgliederportal als Hauptinformationsquelle rund um den Verband. Um regelmäßige Nutzer im Netzwerk zu halten, bieten sich interessante Neuigkeiten zu Verbandsthemen an, die im Mitgliederportal geteilt und diskutiert werden. Regelmäßigen Nutzern geht es nicht nur um formelle Informationen, wie zum Beispiel den Termin für das nächste Verbandstreffen, sie nutzen die Plattform auch, um sich weiterzubilden und auszutauschen.

5. Phase: „Power User“
Die sogenannten „Power User“ sind das Herz des Mitgliederportals. Sie konsumieren nicht nur Neuigkeiten, sondern tragen aktiv zum Erfolg der Plattform bei. Oft sind Sie direkt am Verbandsgeschehen beteiligt und teilen im Mitgliederportal ihre Erfahrungen. Aufgrund ihrer hohen Aktivität kennen sie die Plattform am besten. Somit bieten sich Power User auch als Bezugspersonen für neue Nutzer an. Da Power User emotional stark an den Verband gebunden sind, werden sie gerne in das Geschehen im Mitgliederportal integriert. Geben Sie Ihnen deshalb aktiv Aufgaben, wie etwa das Einführen neuer Mitglieder oder das regelmäßige Teilen neuer Entwicklungen im Verband. Sie können Power User auch nach ihrer Meinung zu Funktionen und Vorgehensweisen befragen und werden wertvolles Feedback erhalten.

6. Phase: Inaktive Nutzer
Wenn sich Nutzer aus Ihrem Netzwerk abmelden, ist das nicht direkt ein Grund zur Sorge. Nicht alle Mitglieder werden immer gleich aktiv im Verband bleiben. Es ist sinnvoll darauf zu achten, wer die Plattform verlässt und ob es sich nur um eine Inaktivität im Portal oder im ganzen Verband handelt. Werden regelmäßige Nutzer oder gar Power User plötzlich inaktiv, sollten Sie nach möglichen Gründen suchen und ihnen entgegenwirken. Hierfür bietet sich meist ein persönliches Gespräch an, da die Gründe für Inaktivität häufig in persönlicher Unzufriedenheit liegen.

So können Sie den User Life Cycle für Ihren Verband nutzen

Anhand der vorgestellten Phasen können Sie die Nutzer ihres Mitgliederportals analysieren. Je nach dem, in welcher Phase sich Ihre Mitglieder befinden, lassen sich Ansatzpunkte zur Verbesserung ihres Netzwerks ausarbeiten. So perfektionieren Sie Ihr Mitgliederportal anhand der Wünsche und Probleme der Nutzer. Zufriedenheit und Mitwirkung sind essenziell für den Erfolg einer solchen Plattform. Ist das Mitgliederportal erst als Hauptinformationsquelle akzeptiert, werden Sie schon bald Mehrwerte erkennen. Da es immer von überall aus erreichbar ist, können sich die Nutzer in wenigen Sekunden über Neuigkeiten im Verband informieren. Durch übersichtliche Abstimmungen, die in kurzer Zeit abgehalten werden können, fühlen sich die Mitglieder mehr in das Verbandsgeschehen miteinbezogen. Durch die Einführung moderner technischer Mittel wirkt der Verband außerdem attraktiver für Personen, die mit der Digitalisierung aufgewachsen sind. So lässt sich vor allem die jüngere Generation zur Beteiligung im Verband motivieren, da sie interaktive Plattformen bereits aus dem privaten Bereich kennt.

Wenn Sie also die verschiedenen Phasen des User Life Cycle im Mitgliederportal beachten, können Sie schon bald von den Vorteilen einer interaktiven Plattform profitieren. Wenn Sie noch mehr zu den Auswirkungen der digitalen Transformation auf den Verbandsalltag wissen wollen, empfehlen wir unser White Paper „Internes Social Media für Verbände“. Hier erfahren Sie, wie Verbände in Zeiten von Social Media und Co. erfolgreich digital agieren können.

White Paper - Internes Social Media für Verbände

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