tixxt

Nach sieben Jahren der Entwicklung am Baukasten „mixxt Small Communities“ hat sich viel getan. Wir sind vor allem selbst nicht mehr zufrieden mit unserer eigenen Lösung. Aber was tun? Mit stetigen Verbesserungen das in die Jahre gekommene System aufpeppeln oder alles neu machen?

Diese Frage hat uns intern vor über zwei Jahren intensiv beschäftigt. Es gab so viele Dinge, die wir besser machen wollten. Von (damals) über 100.000 Communities hatten wir viel gelernt, und wir kamen vorher nie so richtig dazu, das Fundament neu zu überdenken. Es folgten harte Monate voller Diskussionen, Argumentationen, Tests und schlaflosen Nächten. Zu diesem Zeitpunkt stand alles auf dem Prüfstand, von der Struktur einer Online Community über die Technologieauswahl bis hin zu den Funktionen, aus denen eine Community bestehen soll.

Ein Kernproblem der alten mixxt Community-Lösung „mixxt Small Communities“ ist, dass wir sie nicht mehr richtig selbst genutzt haben. Von 2006 – 2009, vielleicht sogar 2010, war der Community-Baukasten unter mixxt.de einer der innovativsten und einfachsten Angebote, die das Web zu bieten hatte. Wir haben uns nicht umsonst gegenüber 14 Wettbewerbern alleine aus Deutschland durchgesetzt. Ebenso konnten wir uns in den Bereichen der Lern-, Event-, Experten- und Berufs-Communities erfolgreich gegen unseren größten Wettbewerber aus den USA behaupten, der über 120 Millionen US-Dollar an Risikokapital sammelte und schließlich an ein globales Werbenetzwerk verkauft wurde.

Die Zeiten verändern sich aber radikal. Und so entschieden wir uns, alles neu zu machen. Alles.

Usability hop oder top?

Uns erreichen immer noch täglich Kommentare von Personen, die mixxt Small Communities sehr intuitiv und einfach finden. Und das ist es auch, wenn man es mit üblichen Community-Lösungen und Unternehmenssoftware vergleicht, auch jetzt über sieben Jahre nach der ursprünglichen Entwicklung des Layouts und der Funktionalität.

Uns ist das aber nicht genug. Wir wollen uns nicht an Schlechterem messen, sondern an Besserem. Das Web hat sich extrem verändert, es ist viel flexibler, eleganter, schlichter und mobiler geworden. Das Nutzungsverhalten hat sich ebenfalls gewandelt. Ein Großteil der Internetnutzung wird von einem mobilen Endgerät aus unternommen, Tendenz steigend.

Wir verstehen also auch die Kritik, die vor allem aus unseren sehr internetaffinen Nutzerkreisen stammt. Die Barcamp-Teilnehmer, die Agentur-Mitarbeiter und Blogger, Online-Strategen sowie Social Media Manager kritisieren mixxt Small Communities zurecht. Es fehlt ein Responsive Design, das auf Mobilgeräten die Nutzung vereinfacht. Es fehlt ebenso ein neues Informationsdesign, das den neuen Design-Paradigmen gerecht wird und eine klarere, einfachere Navigation ermöglicht sowie die Inhalte übersichtlicher wiedergibt.

Alte Kommunikationsformen: Blogs & Wikis

mixxt Small Communities basiert auf den klassischen Funktionen, die man in den letzten 15-30 Jahren aus dem Web kennen und schätzen gelernt hat:
Bildergalerien, Chats, CMS (Redaktionssystem), Blogs, (Diskussions-)Foren, (Unter-)Gruppen, Veranstaltungskalender, Wikis…

Die Zielsetzung von mixxt Small Communities war immer, das Beste und Wichtigste dieser Funktionalitäten auf einer Plattform, an einer Stelle zu bündeln. Dies scheint uns auch gelungen zu sein, wenn wir auf die über 170.000 Communities schauen, die mit unserem Baukasten bereits erstellt wurden. Jeden Tag entstehen zahlreiche Weitere.

Aber wir glauben selbst nicht daran, dass so die Zukunft der Online-Kommunikation aussieht. Die Idee und die Mechanismen hinter jedem dieser einzelnen Module sind in sich bereits über 20 Jahre alt. Es wird Zeit, diese grundliegend zu überdenken.

Neue Kommunikationsformen: Activity Streams

Heute wird anders kommuniziert. Ja, es gibt weiterhin Blogs und Foren, aber ein Großteil der Kommunikation verläuft über eine verhältnismäßig moderne Kommunikationsform: den Activity Stream. Er ist gerade einmal 8-10 Jahre alt und hat den Mainstream vor wenigen Jahren erreicht. Activity Streams funktionieren anders als alle bisherigen Formen, kombinieren aber erfolgreich einzelne Aspekte von zuvor beliebten Ansätzen. Alle Inhalte von Nutzern bilden einen vielseitigen und bunten Strom aus Beiträgen, der so einfach zu befüllen ist, dass jeder mitmachen kann. Gruppen, Tags, Filter und (gespeicherte) Suchen machen den großen Strom greifbar und nutzbar. Dies ist vor allem in der Benutzung einfach, aber unter der Haube unglaublich schwer, richtig zu machen.

Activity Streams ersetzen natürlich nicht die anderen Kommunikationsformen. Auch wenn viele Blogs stiller geworden sind, weil deren Autoren eher auf Facebook oder Twitter kleinere Häppchen veröffentlichen, sind Activity Streams kein Ersatz für einen „richtigen“ Blog, auch wenn Google+ dies versucht. Sie bilden vielmehr ein neues Rückgrat der Kommunikation, ein zentrales Nervensystem für die Aktivität innerhalb einer Online-Gesellschaft.

Große Veränderungen der Technologie

Ein weiterer, wesentlicher Grund für die Entwicklung von tixxt ist auch die Technologie, auf der unser erstes Produkt basierte. mixxt Small Communities basiert auf einen klassischen LAMP Techologie-Stack (Stapel). Linux als Betriebsystem, Apache als Webserver, MySQL als Datenbank und PHP als serverseitige Programmiersprache für einen Großteil der Applikation. Diese Kombination aus Technologien ist die beliebteste im Web, einer der Ältesten und hat bekannte Vertreter (WordPress, PhpBB, Typo3 etc.). Für uns war es damals selbstverständlich, dass wir diese einsetzen.

Heutzutage ist dies aber nicht mehr so selbstverständlich. Mechanismen zur Steigerung der Qualität, der Sicherheit, der Automatisierung sowie der Produktivität der Entwickler waren damals im üblichen PHP-Umfeld ganz einfach noch sehr rudimentär. Die Communities um die Programmiersprachen Ruby und Python haben sehr viel für die Professionalisierung von Web-Anwendungen getan. Von automatisiertem Testing, von Funktionalität und Sicherheitsmechanismen, über ebenfalls automatisierte Bereitstellungen, bis hin zu intelligenten Frameworks gibt es Vieles, was dieser Wandel mit sich gebracht hat.

Nach langem Testen und Evaluieren haben wir uns für die Programmiersprache Ruby entschieden, und somit auch im Wesentlichen für das Framework Ruby on Rails. Drumherum haben sich viele weitere Aspekte verändert. So setzen wir auf die NoSQL-Datenbank „MongoDB“ und auf Backbone als auf Javascript basierendes Framework innerhalb des Browsers. Das gesamte Team ist dabei umgestiegen und immer noch begeistert. Ich glaube ich kann auch für alle unsere Entwickler sprechen, wenn ich sage, dass diese Entscheidung einer der Besten in der gesamten Firmengeschichte war.

Was eine moderne Technologie ausmacht

Früher war die Bereitstellung einer neuen Version von mixxt1 (so nennen wir unsere alte Technologie intern) noch etwas Magisches. Am ersten Arbeitstag, an dem die neue Version von mixxt1 online war, kamen die Kolleginnen und Kollegen wie üblich ins Büro und fanden Ihre Kollegen aus der Technik müde, erschöpft und manchmal sogar in der gleichen Kleidung des Vortages wieder.

Wir planten für jede neue Version einen Zeitraum von bis zu fünf Stunden ein und trafen uns absichtlich mitten in der Nacht, damit möglichst wenige Nutzer durch den Ausfall beeinträchtigt wurden. Der Community-Baukasten und zahlreiche Kundensysteme wurden dann offline genommen, um die neue Version bereitzustellen. Natürlich ging immer etwas innerhalb dieser Stunden schief, was dann schnellstmöglich behoben werden musste. Aber es mischte sich auch immer Spaß mit in den Stress. In diesen Stunden wurden alle Neuerungen zusammengeführt und mussten gegenüber allen Kundensystemen, die das Update erhalten würden, getestet werden. Anwesend waren dabei ein Großteil aller Entwickler sowie der Server-Admin; oft kamen noch Tester dazu. Es fühlte sich manchmal an wie eine LAN-Party, nur ohne Spiele, ohne Party aber dafür mit vergleichbaren Setup-Schwierigkeiten.

Heute startet einer der Entwickler ein Skript, sperrt seinen Bildschirm und geht in die Küche, um sich einen Kaffee zu machen. In den meisten Fällen ist die neue Version dann online, wenn er zurück ist. Im Hintergrund liefen dabei zahlreiche Tests und Prüfungen, um ein hohes Maß an Qualität und Sicherheit zu gewährleisten. Es ist nicht unüblich, dass wir an einem Tag auch direkt mehrfach neue Versionen bereitstellen.

Und das Beste daran ist: In den meisten Fällen merken die Nutzer noch nicht einmal, dass nun eine neue Version online gegangen ist. Was für ein Unterschied zu früher!

Was wird aus mixxt Small Communities?

Diese Frage wird aufkommen. Also stellen wir uns ihr schon jetzt. Die Zeit für mixxt1 und somit für die über 170.000 mixxt Small Communities tickt bereits. Da wir noch nicht wissen, wann wir mit tixxt vollständig live gehen werden, können wir auch noch nichts zum Mindesthaltbarkeitsdatum von mixxt1 sagen.

So düster, wie es klingt, ist es nicht. mixxt1 wird dieses Jahr noch mindestens online sein und wir werden für die bestehenden Communities eine bessere, schnellere, modernere, schönere und mobilere Alternative auf der Basis von tixxt anbieten.

Es braucht sich also keiner der bestehenden Nutzer oder Kunden Sorgen zu machen. Diese Ankündigung sollte eher als Botschaft der Vorfreude und als sehr frühe Ankündigung wahrgenommen werden.

Unser neuer Dienst „tixxt“ verändert alles, was uns an unserem Baukasten „mixxt Small Communities“ gestört hat. Wir freuen uns darauf, mehr darüber zu erzählen und mehr davon zu zeigen.

Wer früher bescheid wissen möchte, kann sich übrigens hier eintragen: www.tixxt.com 
 


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